Nachsorge-Wohngemeinschaft Drogen-Info-Berlin e.V.(zurück)
Drogen-Info-Berlin e. V.
Das Drogen-Info-Berlin e. V. ist eine Selbsthilfe-Einrichtung - im Sinne einer Nachsorge -
für ehemals Suchtmittelabhängige, die seit 1974 besteht und dessen Konzept sich über die Jahre
bewährt hat. Wir leben in einem vierstöckigen Haus mit wunderschönem großen
Garten in Wedding und haben Platz für 16 Leute. Wir sind Ex-User, die sich
gegenseitig dabei unterstützen, jetzt und in Zukunft ein suchtfreies
Leben zu führen. Die Gespräche miteinander, das gemeinsame Leben unter einem
Dach, entstehende Freundschaften und der Aufbau einer beruflichen Perspektive
helfen uns dabei.
Was Selbsthilfe bedeutet für uns...
Selbsthilfe meint unter Anderem: aufeinander zu achten, sich bei großen
und kleinen Sorgen zu unterstützen und seinen Lebensraum kreativ zu gestalten.
Das Drogen-Info-Berlin e. V. ist ein nicht betreutes Projekt.
Somit sind sowohl Eigenverantwortung, als auch Gruppenbewusstsein tragende
Pfeiler unseres Zusammenlebens. Ziel ist es, sich hier ein solides Fundament
für eine cleane, selbstbestimmte Zukunft aufzubauen. Wir bewirtschaften
unser Haus selbst und tragen die Verantwortung, es auch für nachfolgende
BewohnerInnen zu erhalten.
Hauptziel unserer Gemeinschaft ist es, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Um die Gefährdung aller BewohnerInnen zu vermeiden, haben wir einige Grundregeln, welche die Basis unseres Zusammenlebens bilden.
Keine Gewalt
Keine Gewaltandrohung
Keine Drogen
Im Haus herrscht absolutes Suchtmittelverbot. Wer mit illegalen Drogen und/oder Alkohol rückfällig wird, muss das Haus zum Schutz der Mitbewohner sofort verlassen. Ob eine Rückkehr möglich ist und unter welchen Bedingungen, wird in einem Rückfallgespräch geklärt. Konsum oder Lagerung von Suchtmitteln im Haus führen zur fristlosen Kündigung des Mietvertrages ohne Rückfallgespräch.
Der Umgang mit Alkohol...
Der Konsum von Alkohol außerhalb des Hauses ist nicht verboten, aber die Gefahr,
dass Alkohol in einer Krisensituation die Hemmschwelle zum Rückfall mit
der Präferenzdroge abbaut, ist bekannt, wird aber oft verdrängt.
Basis für
den Umgang mit Alkohol ist die realistische Einschätzung des eigenen Konsumverhaltens.
Entsprechend legtst du, wenn du bei uns wohnen möchtest, deinen Cleananspruch
selbst fest - dieser kann nur durch Rückspache mit der Gruppe verändert
werden. Vorraussetzung für die Möglichkeit, außerhalb des Hauses Alkohol
zu trinken, ist ein Zeitraum vom 12 Monaten, in dem du vollkommen abstinent
gelebt hast. Regelmäßiger oder exzessiver Konsum von Alkohol führt zu einem
Rückfallgespräch oder unter Umständen zum Rausschmiss.
Mit dieser Regelung
heben wir uns bewusst ab von den klassischen Nachsorge-Wohngemeinschaften
und verstehen uns als zusätzliches Angebot im Berliner Hilfesystem. Unseren
Erfahrungen nach beginnt ein großer Teil der Ex-User, irgendwann wieder
Alkohol zu trinken und ist dann in der Regel mit diesen Erfahrungen allein,
da sie nicht in dem klassischen Betreuungsprozess stattfinden können.
Um
diese Lücke zu schließen, haben wir uns für die oben genannte Regelung entschieden.
Daher richtet sich unser Angebot vor allem an Menschen, die nach Ablauf
der Kostenübernahme für die Nachsorge weiterhin in Gemeinschaft mit anderen
Ex-Usern leben wollen. Vorrang haben definitiv immer die Interessen derjenigen,
die sich entschieden haben, abstinent zu leben.
Wir halten wöchentlich ein Plenum ab, die Teilnahme daran ist Pflicht. Hier werden alle auftretenden Probleme, Konflikte, organisatorischen Dinge und alles, was uns wichtig ist, besprochen. Einmal im Monat und bei Neuvorstellungen kommen alle BewohnerInnen zu einem Hausplenum zusammen. Hat jemand schwerwiegende Probleme oder einen Konflikt mit einem Mitbewohner oder einer Mitbewohnerin, besteht jederzeit die Möglichkeit, ein Sonderplenum einzuberufen.
Wenn Du Dir vorstellen kannst bei uns zu wohnen...
...kannst Du uns nach einer telefonischen Voranmeldung Deine Kurzbewerbung schicken und Dich nüchtern in unserem Plenum vorstellen.
Dieses Gespräch dient dazu, sich gegenseitig einen ersten Eindruck zu verschaffen. Nach diesem Vorstellungsgespräch überlegen beide Seiten, ob sie sich ein Zusammenleben generell vorstellen können. Danach wird von uns und Dir entschieden, ob Du bei uns einziehen kannst und möchtest.
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