Cannabis, Gras, Haschisch, THC(zurück)

Marihuana: das beliebteste Psychedelikum

Tetrahydrocannabinol, auch Haschisch (Hasch), Gras, Cannabis oder "Dope", gehört zu den psychoaktiven Cannabinoiden und ist der Hauptwirkstoff der Hanfpflanze (Cannabis sativa/indica). Cannabis wird in der Regel als getrocknetes Gras oder in Platten gepresst angeboten. Haschisch wird traditionell geraucht - selten in Tee oder Kakao gelöst getrunken. Die Pflanzenteile nennt man Marihuana, das Cannabisharz wird als Haschisch bezeichnet.

Cannabis und Mensch vereint eine lange gemeinsame Geschichte. Seit jahrtausenden baut der Mensch Cannabis an. Zum einen um seine starken Fasern zu nutzen, zum Beispiel um Seile oder Papier herzustellen. Die psychoaktiven Wirkungen auf das Gehirn waren aber auch vor 2.000 Jahren ein Grund für eine stetige Kultivierung von Cannabis, die bis in die heutigen Tage konsequent vorgesetzt wurde.

Nachweisbarkeit von THC

- 2 - 4 Stunden (akute Wirkdauer)
- einmalig: 3 - 5 Tage
- bei Dauerkonsum: bis zu 8 Wochen (Urintest)

Das Kief und der Kiffer

cannabis_bluete Das Wort "Kiffer" leitet sich ursprünglich von dem Wort Kief ab. In den Ländern um den 30. Breitengrad (Afgahnistan, Libanon, Marroko, Nepal) beschreibt Kief sowohl einen Prozess als auch ein Produkt. Kief ist ein einfacher Vorgang, indem die THC-haltigen Harzdrüsen (Bild rechts) im ersten Arbeitsschritt der Haschischherstellung von dem Pflanzenmaterial getrennt werden.

Die harzigen Pollen werden durch Sieben von den Blättern und den Blüten getrennt: das so entstandene Kief hat unterschiedliche Qualitäten, je nachdem wie oft es gesiebt wurde und auf welche Art und Weise. So entsteht ein Kief von hellbrauner bis blassgrüner Farbe. Die hellbraunen Harzdrüsen sind von hoher Qualität, wo hingegen ein Kief von grünlicher Farbe Pflanzenreste (also auch Chlorophyll) enthält.

Es wird viel über den Gebrauch des Wortes Kief debattiert, weil dieser Ausdruck ursprünglich aus dem Marokkanischen stammt und eine Mischung von Gras und Tabak beschreibt. In Amsterdam und in vielen Teilen von Europa wird Kief manchmal als Pollen oder Polm bezeichnet. Bei den Franzosen und Afrikanern ist das Wort Kief auch eine umganssprachliche Bezeichnung, die toll und großartig bedeutet.

Die verschiedenen Cannabis-Sorten

cannabis_bluete Cannabis gibt es in drei verschiedenen Sorten, nämlich Cannabis Indica, Cannabis Sativa und Cannabis Ruderalis.

Cannabis-Indica hat sich in Zentralasien entwickelt. Indicas, einschließlich der Kush-Sorten, zeichnen sich durch besondere Merkmale aus: sie sind verhältnissmäßig klein, haben breite Blätter und einen kleinen Wuchs.

Cannabis-Sativa kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum - Thailand, Vietnam, Laos, Kambodscha und Nepal - und hat unterschiedliche Wachtumscharakteristika. Sie ist in der ganzen Welt heimisch. Die stärkeren Sorten sind in äquatorialen und sub-äquatorialen Zonen zu finden.

Cannabis Ruderalis ist eine kleinwüchsige, struppige Pflanze, die nur äußerst wenig THC enthält. Allerdings blüht sie früher als Cannabis Indica oder Cannabis Sativa. Cannabis Ruderalis ist eine wilde oder verwilderte automatisch blühende Art, welche kaum oder gar kein THC enthalten.

Marijuana ist derzeit die am intensivsten kultivierte Pflanze. Das liegt vor allem an dem Verbot von Cannabis und Cannabis-Samen. Durch diese intensive Züchtung und Kreuzung verschiedener Cannabis-Sorten ist in den letzten 30 Jahren eine unglaubliche Vielfalt an Gras-Sorten entstanden. Diese verschiedenen Sorten haben unterschiedliche Wirkprofile, individuelle Wuchseigenschaften und jeweils spezifische Geschmacks- und Geruchsnoten. Die Pflanzen wurden so weit optimiert, das auch ein ambitionierter Laie heute schon recht problemlos Cannabis anbauen kann; er hat dabei die Wahl zwischen Sorten, die "feminisiert" sind, also Samen einzusetzen die in (fast) jedem Falle eine weibliche Pflanze produzieren oder solchen die automatisch in die Blüte gehen.

Die Wirkung des Cannabis’ auf den menschlichen Körper

Cannabis enthält unter anderem Δ9-THC (delta-9-Tetrahydrocannabinol), welches maßgeblich an den psychoaktiven Wirkungen des Hachischs, bzw. des Grases beteiligt ist. THC wirkt überlkeitslindernd, schmerzlindernd, entzündungshemmend, entspannend und zuweilen krampflösend.

Neben dem Δ9-THC kommen auch noch andere Cannabinoide - wie das Cannabidiol (CBD), das Cannabinol (CBN) oder das Cannabichromen (CBC) - in der Hanfpflanze vor. Sie alle wirken an unserem körpereigenen Cannabinoidsystem. Die Tatsache, dass ein Mensch ein solches System überhaupt hat, bedeutet, dass wir alle auch körpereigene Cannabinoide (die sogenannten Endocannabinoide) produzieren.

Cannabidiol (CBD) wirkt nicht berauschend. Es bindet sich an eine besondere Art der Cannabinoid-Rezeptoren, dem sogenannten CB2-Rezeptor. Dies erklärt viele Eigenschaften des CBDs. Zum Beispiel ergaben klinische Studien zur Schmerzlinderung, dass eine 50:50-Mischung von THC und CBD die besten analgetischen Wirkungen hat. Ebenso deutet die Konzentration der CB2-Rezeptoren im Darm darauf hin, dass sie für die Eigenschaft des Marijuana verantwortlich sind, Appetit zu erzeugen, Übelkeit zu kontrollieren und Magen-Darm-Krämpfe zu verringen. Außerdem verhindert CBD das Wachstum von Krebszellen.

Therapeutisch kann Cannabis zur Senkung des Augeninnendrucks beim Glaukom (Grüner Star) angewendet werden. Auch bei einer Chemotherapie kann damit die Übelkeit und das Erbrechen bekämpft werden. Bei AIDS hilft die appetitanregende Eigenschaft, die Abmagerung zu verhindern oder zu verzögern. Die Auswertung von sechs Studien zu "Cannabis und Multiple Sklerose" ergab übereinstimmend einen Trend zu verringerten Spastiken und verbesserter Mobilität von MS-Patienten mit der Anwendung von Cannabisprodukten als Therapeutikum (BMC Neurology 2009, vom 04.12.2009). Weiter ist die berauschende, stimmungsaufhellende Wirkung bei diesen schweren Krankheiten sehr hilfreich.

Andere Cannabisbestandteile sind Tetrahydrocannabivarin (THCV), das traditionell in geringen Mengen in chemischen Varietäten in Südafrika vorkommt. Es wird gegenwärtig für die Behandlung des metabolischen Syndroms, das häufig der Entwicklung des Typ-II-Diabetes vorausgeht, untersucht.

Andere Phytocannabinoide, die zur Zeit untersucht werden, umfassen Cannabigerol (CBG) für Prostatakrebs, Cannabidivarin (CBDV) für Epilepsie und verschiedene andere.

Marihuana ist ein nützliches Therapeutikum für eine unfassbare Anzahl an Krankheisbildern und Leiden. Darüber hinaus ist die medizinisch wirksame Pflanze überaus sicher.

Gefahren des Haschisch-Konsums

Das Rauchen von Haschisch kann zur Ausbildung einer chronischen Bronchitis führen, was zweifellos an dem zugemischten Tabak liegt.

Cannabiskonsum kann latente (verborgene) Psychosen aktivieren, wobei davon ausgegangen werden muss, dass diese bei entsprechender Anlage mehrere Jahre früher auftreten, als im Normalfall (Katalysator).

Eine letale (tödliche) Dosis gibt es beim Cannabis nicht.

Hat der Konsum von Haschisch Auswirkungen auf schulische Leistungen?

Um diese Frage zu beantworten, hat Karin J.H. Verweij (University Amsterdam) eine Studie mit über 3000 Zwillingen durchgeführt, von denen der eine kifft, der andere nicht. So konnte sichergestellt werden, dass identsche genetische und intellektuelle Voraussetzungen bei den Teilnehmern vorliegen. Die Fragestellung lautete: Ist der Schulabbruch oder ein niedriger Bildungsabschluss ursächlich auf frühen Cannabiskonsum zurückzuführen? Nach Auswertung der Daten stellte sich heraus, dass das Risiko für einen Schulabbruch bei den Personen eines Zwillingspaares jeweils gleich hoch und unabhängig vom Cannabiskonsum des einen oder anderen sind. Laut Verweij und ihrem Team ist der frühe Cannabiskonsum somit keine bedeutsame Ursache für einen vorzeitigen Schulabbruch. Vielmehr sind es genetische oder Umweltfaktoren, wie der elterliche Erziehungsstil und das soziale Umfeld, die einen ursächlichen Einfluss sowohl auf den Cannabiskonsum, als auch auf den Schulabbruch haben.

Somit ist ist das sogenannte amotivationale Syndrom nicht belegt, da bei Cannabiskonsumenten weder geringere Leistungsfähigkeit noch schlechtere akademische Leistungen (im Vergleich zu Nichtkonsumenten) nachgewiesen werden konnten (Kleiber-Studie).

PDF-Download:
Fachinformation "Wie gefährlich ist Cannabis?" Metastudie von Frau Dr. Nicole Krumdiek

Haschisch und Medikamente: Wechselwirkungen

Cannabis und Antidepressiva
THC kann die beruhigende Wirkung und auch die schmerzlindernde Wirkung von trizyklischen Antidepressiva verstärken. Außerdem kann die gleichzeitige Einnahme zu einer Verstärkung der herzfrequenzsteigernden Wirkung führen. THC kann auch die antidepressive Wirkung der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer verstärken.

Cannabis und Benzodiazepam
THC kann die antiepileptischen Wirkungen von Benzodiazepinen, vermutlich jedoch auch andere Wirkungen der Substanzgruppe verstärken. Beispielsweise verstärkte ein Cannabinoid im Tierversuch die Angst lösenden Wirkungen von Diazepam.

Cannabis und Betablocker
Betablocker hemmen im Körper die Wirkung von Adrenalin und auch Noradrenalin, deren Ausschüttung zur Aktivierung des Sympathikus des vegetativen Nervensystems führt und damit beispielsweise den Blutdruck und die Herzfrequenz steigert. Betablocker werden daher zur Behandlung eines hohen Blutdrucks und bei Herzbeschwerden eingesetzt. THC steigert ebenfalls die Herzfrequenz, was durch die Gabe von Betablockern verhindert werden kann.

Cannabis und Neuroleptika (wie Clozapin oder Olanzapin)
Da THC vor allem in der Leber verstoffwechselt wird, kann es zu Interaktionen mit anderen Medikamenten kommen, die auf gleichem Wege metabolisiert werden. Das Rauchen von Cannabis kann den Plasmaspiegel einzelner Antipsychotika ( Clozapin, Olanzapin) reduzieren. THC kann die antipsychotische Wirkung der Neuroleptika verringern.

THC kann auch die Ansprechbarkeit bei bestimmten Bewegungsstörungen - wie dem Tourette-Syndrom - verbessern. (siehe auch: Cannabis wirksam bei der Behandlung des TOURETTE-Syndroms und der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)).

Bei Patienten, welche antiretrovirale Medikamente nehmen, konnte allerdings keine Änderung des Plasmaspiegels beobachtet werden.

Negative Symptome beim Konsum und Mischkonsum von Haschisch

BeimMischkonsum von Cannabis und Alkohol kann es unter Umständen zur Verstärkung negativer Symptome (Übelkeit, Erbrechen) kommen.

Space Cakes (Haschkekse) zu essen, ist riskant, da die Dosis schwer abzuschätzen ist und die Wirkung spät, oft plötzlich einsetzt. Auch ist zu beachten, dass psychisch kranke Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen und Krampfleidende keine Cannabisprodukte konsumieren sollten. Unter Cannabiseinfluss solltest du auf die Teilnahme am Straßenverkehr in jeglicher Form verzichten.

Literatur zum Thema Cannabis

Cannabis und FührerscheinTheo Pütz - Cannabis und Führerschein: Die Zeiten, dass bekiffte Fahrer bei Verkehrskontrollen unbehelligt blieben, weil nur auf Alkohol kontrolliert wurde, sind lange vorbei – mit Schnelltests, Urinproben und Blutentnahmen können Polizei und Verkehrsbehörden heute jede Art von Drogenkonsum nachweisen und die Sanktionen, die bei einem positiven Nachweis drohen, sind meist schwerwiegender als bei einer Trunkenheitsfahrt. Neben grundsätzlichen Informationen zur Rechtslage (in D/A/CH), im Zusammenhang mit Drogen und Verkehrssicherheit liefert das Buch aktuelle Beispiele zur Praxis von Behörden und Justiz, zu den geltenden Grenzwerten, der Auswirkung auf Konsumenten und bietet Infos und Tipps zum Verhalten im "Ernstfall". Vorwort von Mathias Bröckers.
Lesen Sie die Rezension zu diesem Buch in der taz!

Ed Rosenthal-MarihuanaEd Rosenthal-Marijuana Growers Handbuch: Dieses neu aus dem Amerikanischen übersetzte Growbuch fasst das aktuelle Wissen der Cannabispflanze auf über 500 Seiten zusammen: alle Methoden und effizientesten Techniken des Growings, der Ernte, der Nachbereitung und Verarbeitung sowie viele allgemeine Grundinformationen: die Wahl der richten Sorten, des Systems und Equipments um die Potenz wie auch die Erträge zu erhöhen.

Weitere Literatur zum Thema Drogen und Genußkultur

Hanf und Hanfprodukte

cannabis

Weiterführende Informationen:

Lesenswert: Interview mit einem Grower
Artikel zur Hanfparade 2011 in Berlin
Artikel zu Cannabis als Medizin
Das Hanfjournal zum runterladen als PDF!

In Deutschland gehört der Cannabiswirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) gemäß § 1 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Verbindung mit der Anlage 1 zum BtMG zu den nicht verkehrsfähigen Stoffen. Ohne Genehmigung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis nach §§ 29 ff BtMG strafbar. Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum der Substanz animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch der Substanz ergeben!

Wissenswertes zum Thema Hanf

Social Bookmarks:

Bookmark and Share