Stechapfel - Datura(zurück)

Stechapfel (Nachtschattengewächse)

Der Stechapfel (Datura) ist eine Gattung der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und besteht weltweit aus rund 20 Arten, die alle stark giftig sind. Der Stechapfel enthält Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin. Scopolamin, welches primär für die halluzinogene Wirkung verantwortlich ist, ist ein Alkaloid, das natürlich in Nachtschattengewächsen (Stechapfel, Bilsenkraut, Alraune und Engelstrompete) vorkommt. Therapeutisch wird es in Form von Augentropfen zur Pupillenerweiterung angewendet. Hyoscyamin kommt in Nachtschattengewächsen wie Alraune (Mandragora), Engelstrompete (Brugmansia) und Stechapfel vor.

Stechapfel ist eine einjährige oder kurzlebig ausdauernde, krautige Pflanze, die eine Höhe von 0,5 bis 1,2 m erreichen kann. Die Pflanzen können unbehaart, behaart oder flaumig sein, wobei die Trichome (Pflanzenhaare) in vielen verschiedenen Typen vorkommen können.

Die Wirkung von Stechapfel

Stechapfel wurde zwar im präkolumbianischen Mittel- und Südamerika in rituellen Zeremonien verwendet, ist aber keine Partydroge! Wir raten grundsätzlich vom Konsum von Stechapfel ab.

Die Wirkung beginnt etwa 30 - 45 Min. nach der Einnahme. Zunächst ist oft eine bleierne Müdigkeit zu beobachten, die manchmal dazu führt, dass man einschläft. Der Schlaf ist allerdings nur kurz und kann von unruhigen Träumen begleitet sein. Nach dem Aufwachen hat sich in der Regel die Substanzwirkung schon voll entfaltet. Wenn die Wirkung beginnt, fühlt man sich zunächst leicht desorientiert, diffus und sowohl die eigene Körperwahrnehmung als auch die optische Wahrnehmung scheinen "seltsam" zu sein.

Für den "westeuropäischen Geist" ist dieser Zustand äußerst schwer zu erfassen und absolut nicht kontrollierbar! Logisches Denken produziert unwillkürlich Bilder und komplette Szenarien, die allerdings nicht als Halluzination erkannt werden. Die halluzinierten Bilder sind gestochen scharf und nicht von der "normalen" Realität zu unterscheiden. So kommt es z. B. auch vor, dass Menschen unter der Wirkung von Stechapfel vor einer Straßenlampe stehen und mit ihr in ein Gespräch vertieft sind.

Versuche, den Betroffenen aus dieser Situation herauszuholen, müssen scheitern. Man wird sofort in die halluzinierte Welt des Berauschten einbezogen und ein Teil seiner konstruierten Welt. Auch das gesprochene Wort wird von dem Betroffenen falsch interpretiert. Er versteht einfach nicht, was man zu ihm sagt.

Der Rausch ist dominiert von echten Halluzinationen. Ganze Szenarien können konstruiert und erlebt werden. Das Problem dabei ist allerdings, dass die gemachten Rausch-Erfahrungen nicht von der "echten" Realität unterschieden werden können. Alles, was wahrgenommen wird, wird als absolut real und echt eingeordnet.

Meist begleiten einen dann die zuletzt gemachten Erfahrungen in den Rauschzustand. Immer wieder "kippt" man weg. Das bedeutet, man kommt ganz kurz zu sich, um dann - nach einigen Augenblicken - wieder in die konstruierte Wirklichkeit abzutauchen. Es kommt einem vor wie kurz nach dem Aufwachen, wenn man sich an einen Traum erinnern will, dieser aber nach und nach verschwindet. So bleibt auch kaum eine Erinnerung an das Erlebte im Bewusstsein erhalten. Die gemachten Rauscherfahrungen verschwinden im Ozean des Unterbewusstseins und können nicht erinnert werden.

Somit ist der Rausch als solcher sehr schwer und sehr stark. Technisch gesehen faltet sich das gesamte Unterbewusstsein aus und dringt ins Bewusstsein. Dort "tobt" es sich dann aus. Dinge, die man normalerweise vermeidet, um die man also "Schutzmechanismen" aufgebaut hat, werden ausgelebt oder ausgesprochen. Und das, ohne dass man eine bewusste Kontrolle darüber hat. Konkret heißt das, dass man denkt, dass man denkt, in Wirklichkeit aber spricht. Die Grenze zwischen "ich" und "du" - oder anders ausgedrückt, zwischen Subjekt und Objekt - ist komplett aufgehoben.

Nebenwirkungen von Stechapfel-Konsum

Die Pupillen werden extrem erweitert, so dass man fast nur noch das Schwarze im Auge sieht. Es kann Tage dauern, bis man gedruckte Buchstaben wieder lesen kann. Man kann also unter dem Einfluss von Stechapfel normale Schriftgrößen nicht interpretieren. Man erkennt nur "schwarze Balken".

Auch wenn man sich an den Tagen danach recht "normal" fühlt, kann es sein, dass man zum Beispiel in der Rinde von Bäumen "Zwerge" sieht. Oder man halluziniert unterschwellig hier und da flüchtig Bilder. Diese Bilder sind - wie während der akuten Substanzwirkung - gestochen scharf und völlig "plastisch". Auch hier ist der Betroffene oft verwundert, dass andere diese Erscheinungen nicht sehen.

Diese Nebenwirkungen sind klare Indikatoren dafür, dass der Betroffene noch unter dem Einfluss des Stechapfel steht, auch wenn er sich ansonsten völlig normal verhält.

Ein guter Test für sich selbst oder für andere ist der "Lesetest": Man versucht, in einem Buch zu lesen und die einzelnen Zeilen klar zu erkennen. Meist dauert es drei bis sieben Tage, bis die Fähigkeit zu lesen wieder hergestellt ist. Solange sollte sich der Betroffene nicht am Straßenverkehr beteiligen. Auch Besuche bei Verwandten oder der Uni/Schule sollten vermieden werden, da die Gefahr besteht, in die Psychiatrie eingeliefert zu werden.







Therapeutischer Einsatz von Stechapfel

Alle Datura-Arten enthalten giftige Alkaloide, im Wesentlichen Hyoscyamin (Atropin) und Scopolamin. Der (weiße) Stechapfel wird zur Gewinnung der Alkaloide benutzt. Er wird selten als Krampflöser bei Asthma und Keuchhusten oder als Auswurf-förderndes Mittel bei Bronchitis eingesetzt, wobei bei der Anwendung stets zu beachten ist, dass die wissenschaftliche Medizin bei diesen Erkrankungen wirksamere und sicherere Medikamente zur Verfügung stellt.

Rechtliches zum Stechafel

zur Übersicht

Social Bookmarks:

Bookmark and Share

Weed Seed Hanfsamen