Research Chemicals, Cathinone, Phenethylamine(zurück)
Der Trend zu Research Chemicals verstärkt sich
Heute (seit 2011) ist nur noch in rund 11 % der als "Ecstasy" verkauften Pillen wirklich das erwartete MDMA. In den restlichen 89 % konnten immer öfter Substanzen aus der Reihe der
Research Chemicals gefunden werden.
Der Trend zu neuen synthetischen Drogen, sogenannten Research Chemicals (früher "Designerdrogen"), die großteils noch legal erhältlich sind, verstärkt sich. Häufig handelt es sich dabei
um chemische Variationen der Cathinon-Gruppe (wie z. B. Mephedron,Methylon und Ephedron).
Cathinon ist der psychoaktiv stimulierende Wirkstoff des Kath-Strauchs.
Kath, auch Kat, Qat, Khat, ist eine Alltagsdroge im Jemen, sowie in Äthiopien, Somalia und Dschibuti. Es handelt sich dabei um die Zweigspitzen und jungen Blätter des Kathstrauchs,
die als leichtes Rauschmittel konsumiert werden. Von ihrer anregenden Wirkung her sind sie vergleichbar mit Koffein.
Cathinon ist ein Amphetamin und zählt zu den Stimulanzien. Es ist eines der Alkaloide aus dem Kathstrauch (Catha edulis) und dem
Spindelbaumgewächs (Maytemus krukovii).
Cathinon (Cathinone) ist als Reinsubstanz beim Menschen auf seine Wirkung hin gut untersucht, hat eine kreislaufanregende Wirkung und wirkt psychisch stimulierend (euphorisierend).
Über Wirkungen des Khat-Kauens berichten viele arabische Quellen des Altertums und Quellen der neueren medizinischen Literatur. Die häufigsten körperlichen Symptome sind neben der bereits für
(isoliertes) Cathinon beschriebenen kreislaufanregenden Wirkung (Herzfrequenzerhöhung, Herzklopfen, Gesichtsrötung) auch eine mäßiggradige Erhöhung der Körpertemperatur mit Schwitzen
und eine Pupillenerweiterung.
Bayerns Staatsregierung blockiert Drug-Checking: Research Chemicals breiten sich auch weiterhin aus!
Auch in Bayern breiten sie sich als Alternative zu Ecstasy, Speed und Kokain unbemerkt aus: Research Chemicals. Konsumenten bestellen die unerforschten und potenziell tödlichen Chemikalien im Internet - als puren Wirkstoff oder gestreckt als "Badesalz". Andere nehmen Research Chemicals, ohne es zu merken. Der Wiener Toxikologe Rainer Schmid sagt, jede fünfte Ectstasy-Pille und jedes fünfte Speed- und Kokain-Tütchen ist mit Research Chemicals verseucht.
Research Chemicals und XTC
Als Research Chemicals bezeichnet man chemische psychoaktive Substanzen, deren molekulare Struktur Variationen von vorhandenen (illegalisierten) Substanzen sind, oder völlig neue
chemische Strukturen darstellen, deren Wirkung aber bestehenden Substanzen gleicht. Für die chemische und medizinische Forschung und Verwendung haben sie nur eine geringe Bedeutung, werden also nur zum
Teil zu medizinischen Zwecken verwendet. Ihre spezifischen Wirkmechanismen machen sie allerdings für einzelne Gebraucher sehr interessant.
Da diese Substanzen nicht immer explizit im bestehenden BtMG aufgeführt sind, konnte man sie zu Forschungszwecken legal bestellen. Sie werden aus diesem Grunde auch häufig als legaler Ersatz für bekannte illegalisierte Substanzen vermarktet und oft mit zweckentfremdenden Begriffen deklariert (wie Dünger für Kakteen oder als Badesalz).
Auch das eine Bestellung leicht machende Internet und hoch technologisierte pharmazeutische Billiglabors vor allem in Asien haben dazu beigetragen, die Marktsituation für Research Chemicals zu verändern.
Der legale Status wiegt die Konsumenten häufig in falscher Sicherheit, auch bei der legalen Produktion von Research Chemicals können Fehler auftreten und/oder Substanzen gestreckt werden.
Ein legaler Status sagt nichts über die Gefährlichkeit dieser Substanzen aus. Die meisten Research Chemicals sind weitgehend unerforscht, über Wirkungen und vor allem (langfristige)
Risiken sind nur sehr wenige Fakten bekannt. Beim Konsum ist man somit auch immer „Versuchskaninchen“, umso wichtiger ist es, grundlegende
Safer Use-Regeln zu beachten.
Zu den Substanzen aus der Reihe der Research Chemicals, die alternativ zum MDMA verwendet wurden, gehören unter anderem Mephedrone,
Methylon, mCPP und das PMA.
Einige Research Chemicals, die in "Ecstasy" und "Speed" gefunden wurden
m-CPP (meta-Chlorophenylpiperazine) ist bisher nur in der Hirnforschung verwendet worden, vereinfacht gesagt, um die Wirkungsweisen von Antidepressiva und Migränemedikamenten
zu testen. Die Wirkung ist ähnlich der von MDMA (der eigentliche Wirkstoff von Ecstasy) nur schwächer in der gewünschten psychoaktiven Wirkung
(Glücksgefühle, optische Veränderungen, ca. 1 bis 2 Stunden). Unangenehme Nebenwirkungen sind allerdings vergleichsweise häufig (Kopfschmerzen bis zu Migräneanfällen, Nierenschmerzen,
Nervosität, Schweratmigkeit, Müdigkeit, Verwirrtheit, Ängstlichkeit, Zittern, Schwindelgefühl und Übelkeit bis hin zum Erbrechen). Die Wirkdauer beträgt 4 bis 8 Stunden.
Außerdem kann ein mehrere Tage anhaltender "Hangover" auftreten, es tritt keine leistungs-steigernde Wirkung ein, Herzschlag und Puls sind nicht erhöht. Im Zusammenhang mit dem
gleichzeitigen Konsum von MDMA kann es zu Krampfanfällen kommen!
Nach dem Konsum tritt oft mehrere Tage lang starke Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmung auf, der Urin kann sich für 2-3 Tage rostbraun bis rötlich verfärben.
Regelmäßiger Konsum kann zu Depressionen, Angstzuständen, psychomotorischer Unruhe, sowie sexuellen Funktionsstörungen führen.
Im Jahre 2004 tauchte "Explosion" in den Niederlanden auf, es enthielt eine Lösung mit dem Inhaltsstoff Methylon (Methylenedioxymethcathinone). Es gibt mittlerweile "Raumluftverbesserer", die Methylenedioxymethcathinone als Inhaltsstoff aufweisen. Heutzutage wird es vorallem über das Internet angeboten, oft aus Asien importiert. Es hat den Status eines Research Chemicals, die Substanz wurde kaum erforscht.
Butylon (β-keto-N-methylbenzodioxolylpropylamine) wird zur Zeit auch als braune, pulverförmige Substanz, genannt „Mitseez“, angeboten. Wie andere Research Chemicals ist auch diese Substanz weitgehend unerforscht, daher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wirkmechanismen, Risiken, Langzeitfolgen
Mephedron (4-Methylmethcathinone) taucht ebenfalls immer öfter in als "Ecstasy" verkauften Tabletten auf. Mephedrone wird aufgrund seiner Wirkung gelegentlich als Alternative zu Speed oder MDMA genommen. Der Konsum von Mephedron ist allerdings mit einer Fülle von Nebenwirkungen verbunden und über die Langzeitfolgen liegen keine Studien vor.
TFMPP (Trifluormethylphenylpiperazin) ist genauso wie mCPP ein Phenylpiperazin. Die Effekte von TFMPP ähneln jenen von MDMA, wobei die Wirkung stark dosisabhängig ist: Bei hohen Dosen reicht das Wirkspektrum in den entheogenen Bereich - ähnlich dem Meskalin undPsilocybin. Allein aufgrund der Einzelwirkungen von Piperazinen und der nicht einschätzbaren Wechselwirkungen zwischen Piperazinen und einer anderen psychoaktiven Substanz wird oft von einem Konsum abgeraten.
PMA – (Paramethoxyamphetamin) taucht ebenso immer wieder als Ersatzstoff im Ecstasy auf. Es ist bei der Verwendung von PMA in Ecstasy-üblichen Dosierungen schon zu Todesfällen gekommen.
MDHOET (3,4-Methylendioxy-N-(2-Hydroxyethyl)-Amphetamin) scheint eine Substanz zu sein, welche nicht sehr aktiv ist. MDHOET hat einen schmerzlindernden Effekt. In hohen
Dosen verändert sich die optische Wahrnehmung, Farben werden intensiver wahrgenommen. User berichten auch darüber, dass sie Dinge tiefer erleben, ohne aber einen euphorischen Effekt zu bemerken.
Die Wirkung wird mit einer leichten Ketamindosis verglichen. Die Risiken von sind gänzlich unbekannt, deshalb soll man auf den Konsum verzichten.
Bei MDHOET handelt es sich um eine Substanz, welche seit Beginn des Jahres 2011 in Europa vermehrt als Ecstasy verkauft wird. Das erste Mal tauchte die Substanz in Frankreich auf, seit dem ist sie auch
schon in Holland aufgetaucht. In der Schweiz sind bis zum jetzigen Zeitpunkt nur wenige MDHOET-haltige Pillen analysiert worden, daher gibt es sehr wenig Infos über MDHOET.
MDPV (Methylenedioxypyrovalerone) gehört zur Gruppe der Cathinone und ist wie andere Research Chemicals bis dato sehr wenig erforscht. Die Wirkung ist in erster Linie stimulierend. Zu den positiven Effekten zählen unter anderem Euphorie, erhöhte Empahtie und Geselligkeit, gesteigertes Redebedürfnis und geistige Klarheit. Es werden auch aphrodisierende Effekte beschrieben. Negative Wirkungen sind Appetitverlust, Schlafschwierigkeiten, unwillkürliche Körperbewegungen (z. B. Zuckungen), Verwirrung, Nervosität und Ängstlichkeit. Das "Runterkommen" wird häufig als sehr unangenehm beschrieben, was gelegentlich zu erneutem "Nachlegen" führt. Risiken und Langzeitfolgen sind unbekannt.
Flephedron (4-Fluoromethcathinone; 4-FMC) ist eine psychoaktive Substanz mit stimulierender Wirkung aus der Gruppe der synthetischen Cathinone. Wie bei den meisten Research Chemicals handelt es sich um eine weitgehend unerforschte Substanz, weshalb bis dato keine zuverlässige Aussage über Risiken und Langzeitfolgen möglich ist.
4-Fluoramphetamin (4-FA), auch bekannt als para-Fluoramphetamin (PFA), ist eine bis dato
kaum erforschte Substanz, die von ihrer Struktur her große Ähnlichkeit mit der Gruppe der Amphetamine aufweist. Ebenso ist 4-FA mit den Phenethylaminen (Methamphetamin, Cathinon und Methcathinon) verwandt.
Die Wirkung setzt nach ungefähr 60 Minuten ein, entfaltet sich voll nach ca. 90 – 120 Minuten und dauert ungefähr 6 - 7 Stunden an.
Es wird als Speed- und Ecstasy-ähnlich beschrieben. Die gefühlsbetonte Komponente wird milder
wahrgenommen als bei MDMA. Neben dem euphorischen Zustand wird ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis beschrieben, die Gedanken bleiben klar. Da 4-Fluoramphetamin noch wenig erforscht ist, sind Risiken
und Nebenwirkungen kaum abschätzbar. User-Berichten zufolge können nach dem Konsum von 4-FA Kopfschmerzen und eine mehrere Tage andauernde Niedergeschlagenheit auftreten. Über mögliche Auswirkungen
bei chronischem Gebrauch ist bis dato nichts bekannt.
JWH: Der Chemiker, der den einzelnen neuen Cannabinoiden seinen Namen gab ist John W. Huffmann. Die synthetischen Cannabinoide welche heute in "Spice", "K2", "Maya" oder "Kronic" enthalten sind, haben vielfältige unerwünschte Nebenwirkungen und werden als gefährlich eingestuft.
Propylamphetamin (N-(1-methyl-2-phenylethyl)propan-1-amin) ist eine bis dato weitgehend unerforschte Substanz aus der Klasse der Phenethylamine. Die Wirkung ist stimulierend und der von Amphetamin ähnlich. Dem Resultat einer älteren Studie zufolge hat die Substanz eine höhere Potenz als Amphetamin. Deshalb wird es auf dem Schwarzmarkt oft auch unter dem Namen "Speed" verkauft. Nachdem über Effekte und Risiken beim Konsum bzw. Langzeitfolgen wenig bis gar nichts bekannt ist, wird die Substanz zu den Research Chemicals gezählt.
BZP, ebenfalls ein Piperazin-Derivat, ähnelt hinsichtlich der Wirkung den Amphetaminen, bzw. Amphetaminderivaten, wie MDMA. Durch die Kombination von BZP und MDMA kann es zu einer bedrohlichen Erhöhung von Herzschlag und Blutdruck kommen. Auch das Mischen mit anderen Substanzen, insbesondere mit Alkohol, kann sehr gefährlich sein. Die Wirkungen sind kaum einschätzbar und die Belastung für Körper und Psyche besonders groß.
26. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Bestimmungen vom 20 Juli 2012
PDF-Download:
26. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Bestimmungen vom 20. Juli 2012, welche am 1. Januar 2013 in Kraft tritt.
Die Stoffklasse der Phenethylamine - Alexander Shulgin und Research Chemicals
Anders als Timothy Leary oder Terence McKenna hat Alexander Shulgin (Bild links) nie versucht, andere zum Konsum von psychedelischen Drogen
zu bekehren. Stattdessen "erfindet" er neue psychoaktive Substanzen, lässt Experimente laufen, um ihre pharmakologischen Effekte festzustellen und veröffentlicht seine "Rezepte". Dies sind in der Regel
Phenethylamine. Seine Synthese von MDMA (3,4-methylenedioxymethamphetamine), auch bekannt als "Ecstasy", ist das bekannteste Resultat
seiner Arbeit.
Aber er stellte auch Dutzende anderer psycho-aktiver Mittel, einschließlich DOM (2,5-dimethoxy-4-methylamphetamine) und 2-CB her. Zusammen mit seiner Frau Ann hat Shulgin zwei Bücher geschrieben,
die zum Kultklassiker geworden sind: PIHKAL: Chemichal Love Story (kurz für "Phenethylamines I have known und loved") und TIHKAL: Die Fortsetzung (über Tryptamine).
Phenethylamine, eigentlich 2-Phenylethylamine, auch β-Phenethylamine, Phenylalkylamine und PEA genannt, sind chemische Verbindungen, nämlich Amine, die sich von der Stammsubstanz 2-Phenylethylamin ableiten.
Phenethylamine kommen in Mensch und Tier und überall in der Natur vor. Es existieren zahlreiche psychoaktive Phenethylamine vom Entaktogen- und Halluzinogentypus. Die Stoffklasse der Phenethylamine
ist eine Gruppe von Substanzen, deren molekulare Struktur ähnlich ist. Zahlreiche Verbindungen dieser Stoffgruppe, insbesondere die Amphetamine,
besitzen psychotrope Eigenschaften. Immer wieder finden auch sythetisch hergestellte Phenylethylamine als Arzneimittel Verwendung, so zum Beispiel bei "Verapamil".
Zu den Phenylethylaminen gehören aber auch Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, das Meskalin, MDMA, Mephedrone,
Methylon, DOB und 2C-B (2C-I, 2C-C) - um nur einige zu nennen. Vor allem neue Substanzen aus dieser Reihe
nennt man Research Chemicals
Buchtipp zum Thema "Phenethylamine" aus dem Nachtschatten-Verlag
Nachtschatten-Verlag.
Die Grundstruktur der Phenethylamine findet sich in Pflanzen, die Jahrtausende von prähistorischen Kulturen genutzt wurden, ebenso wie in marinen Spezies; in Schlankheitsmitteln, Antidepressiva und
Stimulanzien, aber auch in hunderten Wirkstoffen, welche die Wahrnehmung tiefgreifend verändern, in den sogenannten Psychedelika. Eine umfassende und systematische Betrachtung der vielfältigen Aspekte
von über 2.300 Substanzen. Das einzige allumfassende Standardwerk für Medizinalchemiker, Pharmakologen, Forensiker, Gesetzgeber, Historiker, Pharmazeuten, Ärzte, Psychiater und Sozialarbeiter.
Das Buch bietet:
- Biochemische und pharmakologische Beschreibungen zu mehr als 2.300 Substanzen der Phenethylamin-Klasse.
- Strenge Strukturierung und einfache Navigation (von der Struktur zur Funktion).
- Detaillierte Abhandlung der pharmakologischen Profile von Klassenvertretern und ausführliche Präsentation von Struktur-Aktivitätsbeziehungen der verschiedenen Substanzklassen unter Einbezug
neuer Gegenüberstellungen wissenschaftlicher Daten.
- Schnelle Übersicht durch Tabellen (Referenzen, Werte sowie untersuchte Targets, Bindungsaffinitäten, funktionelle Potenz, Wirkdauer, Wirkart, Humandosis etc.)
- Interdisziplinäre Betrachtung aller Aspekte der Phenethylamine: Geschichte, Entwicklung, Pharmakologie, Anwendungsbereiche und Missbrauch.
Phenethylamine-Von der Struktur zur Funktion und weitere Bücher zum Thema Drogen und Genusskultur
Weiterführende Informationen zu "legal highs" und "Research Chemicals"
Auf dem Horrortrip durch Badesalz: Kräutermischungen, die in Wahrheit Rauschdrogen sind: Der Drogenmarkt bringt immer neue gefährliche Substanzen hervor.
US-Fahnder schlagen jetzt Alarm. Sie warnen vor Badesalzen, die Menschen in Depression, Selbstverstümmelung und Selbstmord treiben.
(Informationen zu Legal Highs)
Lebensgefahr durch Speed mit PMA!
Am 21.01.2011 hat ChEck iT! in einer Speedprobe PMA gefunden. Darüberhinaus enthielt die Probe bk-MBDB.
Lebensgefahr durch Speed
(siehe auch:Verschiedene Drogen - verschiedene Konsumformen)
(siehe auch: Neuro Enhancement)
Substanzinformationen zu illegalen Drogen
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