Research Chemicals(zurück)
Der Trend zu Research Chemicals verstärkt sich.
Heute (2010) sind nur noch in rund 16% der als "Ecstasy" verkauften Pillen wirklich das erwartete MDMA. In den restlichen 84% konnten immer öfter Substanzen aus der Reihe der Research Chemicals gefunden werden.
Der Trend zu neuen synthetischen Drogen, sogenannten Research Chemicals – die großteils noch
legal erhältlich sind – verstärkt sich. Häufig handelt es sich dabei um chemische
Variationen der Cathinon-Gruppe. (wie z.B. beiMephedron,Methylon und Ephedron)
Cathinon ist der psychoaktiv stimulierende Wirkstoff des Kath-Strauches.
Kath, auch Kat, Qat, Khat, ist eine Alltagsdroge im Jemen sowie in Äthiopien, in Somalia, und in Dschibuti. Es handelt sich dabei um die Zweigspitzen und jungen Blätter des Kathstrauchs, die als leichtes Rauschmittel konsumiert werden. Von ihrer anregenden Wirkung her sind sie vergleichbar mit Coffein.
Cathinon ist einAmphetamin und zählt zu den Stimulantien. Es ist eines der Alkaloide aus dem Kathstrauch (Catha edulis) und dem Spindelbaumgewächs (Maytemus krukovii).
Cathinon ist als Reinsubstanz auf seine Wirkung beim Menschen hin gut untersucht, es hat eine kreislaufanregende Wirkung und wirkt psychisch stimulierend (euphorisierend).
Über Wirkungen des Khatkauens berichten viele arabische Quellen des Altertums und Quellen der neueren medizinischen Literatur. Die häufigsten körperlichen Symptome sind neben der bereits für (isoliertes) Cathinon beschriebenen kreislaufanregenden Wirkung (Herzfrequenzerhöhung, Herzklopfen, Gesichtsrötung) eine mäßiggradige Erhöhung der Körpertemperatur mit Schwitzen und eine Pupillenerweiterung.
Research Chemicals und XTC
Als Research Chemicals bezeichnet man Substanzen, welche für die chemische und medizinische Forschung und Verwendung nur eine geringe Bedeutung haben, die aber über spezifische Wirkmechanismen verfügen, die sie für Einzelne interessant machen. Nur zum Teil werden diese Substanzen zu medizinischen Zwecken verwendet. Da diese Substanzen nicht immer explizit im bestehenden BtMG aufgeführt wurden, konnte man sie zu Forschungszwecken legal bestellen.
Auch das Internet, das die Bestellung leicht macht und hoch technologisierte
pharmazeutische Billiglabors vor allem in Asien haben dazu
beigetragen die Marktsituation für Research Chemicals zu verändern.
Zu den Substanzen aus der Reihe der Research Chemicals die alternativ zum MDMA verwendet wurden, gehört - unter anderem - Mephedrone,Methylon, mCPP und dasPMA.
mCPP (meta-Chlorophenylpiperazine) ist
bisher nur in der Hirnforschung verwendet worden, vereinfacht gesagt um die
Wirkungsweisen von Antidepressiva und Migränemedikamenten zu testen. Die
Wirkung ist ähnlich der vonMDMA (der eigentliche Wirkstoff von Ecstasy), nur
schwächer in der gewünschten psychoaktiven Wirkung (Glücksgefühle, optische
Veränderungen). Unangenehme Nebenwirkungen sind allerdings vergleichsweise
häufig. (Übelkeit, Kopfschmerzen bis zu Migräneanfällen, Nierenschmerzen,
Nervosität, Schweratmigkeit, Müdigkeit und mehrere Tage anhaltender hangover).
Im Jahre 2004 tauchte "Explosion" in den Niederlanden auf,
es enthielt eine Lösung mit dem Inhaltsstoff Methylon (Methylenedioxymethcathinone).
Es gibt mittlerweile "Raumluftverbesserer", die Methylenedioxymethcathinone als Inhaltsstoff beeinhalten.
Heutzutage wird es vorallem über das Internet angeboten, es wird oft aus Asien importiert.
Es hat den Status eines Research Chemicals, die Substanz wurde kaum erforscht
Butylon (β-keto-N-methylbenzodioxolylpropylamine), wird zur Zeit auch als braune, pulverförmige Substanz, genannt „Mitseez“, angeboten. Wie andere Research Chemicals ist auch diese Substanz weitgehend unerforscht, daher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wirkmechanismen, Risiken, Langzeitfolgen
Mephedron (4-Methylmethcathinone) taucht ebenfalls immer öfter in als "Ecstasy" verkauften Tabletten auf. Mephedrone wird aufgrund seiner Wirkung gelegentlich als Alternative zu Speed oder MDMA genommen (Research Chemicals). Der Konsum von Mephedron ist allerdings mit einer Fülle von Nebenwirkungen verbunden und über die Langzeitfolgen liegen keine Studien vor.
TFMPP (Trifluormethylphenylpiperazin) ist genauso wie mCPP ein Phenylpiperazin. Die Effekte von TFMPP ähneln jenen von MDMA, wobei die Wirkung stark dosisabhängig ist: Bei hohen Dosen reicht das Wirkspektrum in den entheogenen Bereich - ähnlich dem Meskalin undPsilocybin. Allein auf Grund der Einzelwirkungen von Piperazinen und der nicht einschätzbarenWechselwirkungen zwischen Piperazinen und einer anderen psychoaktiven Substanz wird oft von einem Konsum abgeraten.
PMA – Paramethoxyamphetamin taucht ebenso immer wieder als Ersatzstoff im Ecstasy auf. Es ist bei der Verwendung von PMA in Ecstasy üblichen Dosierungen schon zu Todesfällen gekommen.
Die Stoffklasse der Phenethylamine - Und Research Chemicals
Die Stoffklasse der Phenethylamine ist eine Gruppe von Substanzen, deren molekulare Struktur ähnlich ist. Zahlreiche Verbindungen dieser Stoffgruppe, insbesondere die Amphetamine, besitzen psychotrope Eigenschaften. Immer wieder finden auch sythetisch hergestellte Phenylethylamine als Arzneimittel verwendung, so zum Beispiel bei "Verapamil".
Zu den Phenylethylaminen gehören aber auch Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, das Meskalin,MDMA,Mephedrone, Methylon, DOB und2C-B (2C-I, 2C-C) - um nur einige zu nennen. Vor allem neue Substanzen aus dieser Reihe nennt man Research Chemicals
Weiterführende Informationen
Substanzinformationen zu illegalen Drogen
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