DrugScouts in Leipzig im Fokus der Polizei(zurück)

Bild und Polizei hetzen gegen Drogenberatungsstelle in Leipzig

Jeder, der schon einmal in der nüchternen Atmosphäre einer Drogenberatung hier in Berlin gewesen ist, wird bemerkt haben, dass hier keine „DROGEN-Beratung“ stattfindet, sondern – in der Regel - Indikationen gesucht werden, um den Besucher in eine staatlich geförderte Maßnahme, wie Entgiftung und Therapie, zu bringen. Meist handelt es sich ja um besorgte Eltern, die mit ihren Schützlingen in der Drogenberatung auftauchen, ganz verschüchtert sind und davon ausgehen, dass der Drogenberater alles zum Thema weiß.

Dass dies nicht so ist, wurde deutlich, als eine Journalistin – nennen wir sie hier Carola D. – im Zuge einer Recherche für das ZDF/WISO hier in Berlin bei dem Drogen-Not-Dienst (DND) anfragte, was es denn mit den neuen Drogen – wie zum Beispiel dem „Badesalz" – auf sich habe. Die Dame am Telefon des DNDs Berlin musste lachen und gab zu, nichts von derartigen Drogen gehört zu haben und sie könne sich auch nicht vorstellen, dass es eine relevante Anzahl von Drogenkonsumenten gäbe, die „Badesalz“ im Internet bestellen und dann konsumieren. Sie hielt das wohl für einen guten Scherz.

Szenenwechsel:

Bei einem sogenannten „KO-Treffen“ (Koordinierungstreffen sämtlicher Suchthilfestellen) im Tannenhof, einer der renommiertesten Entwöhnungs-Langzeittherapien hier in Berlin, sagte einer der Leiter (Name bleibt hier ungenannt) wörtlich: „Im Grunde sollten wir mindestens jeden Vierten, der zu uns kommt, zurückschicken. Und meistens versuchen wir das auch. Einfach, weil keine Indikation vorliegt. Mit denen kannst du keine „Rehabilitation“ machen, die musst du erst mal „habilitieren“. Das, was halt im Elternhaus nicht passiert ist. Oder die gehören in eine Psychiatrie, aber nicht zu uns. Ich meine, die haben vielleicht mal an einer Tüte gezogen, oder einmal Heroin gespritzt, aber das ist nun mal keine Indikation für eine Suchttherapie. Wir müssen uns dann mit denen ´rumprügeln und sie gegebenenfalls wieder zurückschicken. Das ist dann für die Betroffenen selber besonders doof, weil die Einordnung in der Drogenberatung schon falsch war, also ´rumgeschoben zu werden und so…“

Safer-Clubbing: Drugscouts!

Es gibt zum Glück auch andere Drogenberatungen.

... sicher hier in Berlin, aber auch in Leipzig, das ja nun seit der Wende eine gehörige Umstellung – gerade was das Selbstverständnis beim Drogenkonsum angeht – hinnehmen musste. Drogen sind in großen Städten leicht zu beschaffen und jede Großstadt kennt dieses Phänomen einer „aktiven“ Drogenszene. Gerade die Nähe eines „Drogenberaters“ zur sogenannten „Szene“ stellt sicher, dass es eine Akzeptanz der angebotenen Hilfen geben kann und trägt in entscheidender Weise zur Glaubwürdigkeit dieser Drogenberatungs-Projekte bei.

drugscouts-leipzig Eines dieser Projekte – die DrugScouts – steht in Leipzig im Fokus des öffentlichen Interesses. Auslöser war ein simpler Flyer, mit dem über Bürgerrechte informiert wurde. Da es immer wieder im Bereich des Leipziger Hauptbahnhofs zu „Raubüberfällen“ gekommen ist, wurde das Vorgehen der Polizei immer repressiver und aggressiver. Vermeintlich Verdächtige, also die „langhaarigen Bombenleger“, wurden willkürlichen Befragungen und Durchsuchungen ausgesetzt und das, ohne Vorliegen eines konkreten Tatverdachts.

Da die bürgerlichen Rechte nun einmal auch für „anders aussehende“ Menschen gelten, gaben nun vor langer Zeit schon die DrugScouts-Leipzig einen harmlosen Flyer heraus, der lediglich das widerspiegelt, was in einem demokratischen Rechtsstaat nun einmal gilt, z. B. das Aussageverweigerungsrecht. Angaben, welche über die Person hinausgehen – also Name, Wohnort, Geburtsdatum – müssen nicht gemacht werden. Dieses Recht gilt immer und überall.

Auf bürgerliche Rechte zu pochen, ist den staatlichen Behörden naturgemäß ein Dorn im Auge. Ein informierter Bürger ist immer eine schlechte Partie. Peinlich, dass hier versucht wird, ein Projekt, welches über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus zu einer gewissen Instanz geworden ist und bei dem es an informierten und glaubwürdigen Drogenberatern nicht mangelt, auf so niedrigem Niveau von Polizei und Verwaltung in Frage gestellt wird.

Wir informieren Sie gerne über glaubwürdige Projekte in der Drogenberatung hauptsächlich in Berlin. Melden Sie sich bei uns, oder wenden Sie sich direkt an die DrugScouts in Leipzig.

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Weiterführende Informationen

Podiumsdiskussion zum Thema: auf youtube

Auf dem Horrortrip durch Badesalz: Kräutermischungen, die in Wahrheit Rauschdrogen sind: Der Drogenmarkt bringt immer neue gefährliche Substanzen hervor. US-Fahnder schlagen jetzt Alarm. Sie warnen vor Badesalzen, die Menschen in Depression, Selbstverstümmelung und Selbstmord treiben. (Informationen zu Legal Highs)

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Am 21.01.2011 hat ChEck iT! in einer Speedprobe PMA gefunden. Darüberhinaus enthielt die Probe bk-MBDB.
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