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PMA/PMMA - Paramethoxyamphetamin (zurück)

PMA - gefährliches Ecstasy

Para-Methoxyamphetamin (PMA) und Para-Methoxymetamphetamin (PMMA) wurden in den letzten beiden Jahrzehnten in der Dance Scene als Ecstasy-Drogen in Umlauf gebracht, wobei es meist stattMDMA unter der Bezeichnung ‚Ecstasy’ verkauft wurde.

Bereits in den 70er Jahren und Mitte der 90er Jahren traten durch PMA-Tabletten verursachte Todesfälle in Australien, Kanada und den USA auf, wobei alle Betroffenen angenommen hatten die Droge Ecstasy zu konsumieren. In Europa starben erstmals im Jahr 2000 in Deutschland, Dänemark und Norwegen vier Konsumenten, in Österreich ein 17 jähriger Kremser Jugendlicher an der Folge von PMA Einnahme. Insgesamt sind im Jahr 2001 in den USA, Europa und Australien mehr als 20 Menschen an den Folgen des unbeabsichtigten PMA/PMMA-Konsums gestorben. Alle Todesopfer starben an extremer erhöhter Körpertemperaturen bis zu 45 Grad – und schweren inneren Blutungen. Alle Todesopfer glaubten Ecstasy (MDMA) zu konsumieren, konsumierten aber mehrere PMA-Pillen.

Bis im Januar 2009 sind in Europa in den letzten Jahren keine PMA Warnungen bekannt geworden. Am 30.01.2009 warnte die Polizei Bremen vor als Ecstasy verkauften Pillen, die statt MDMA den Wirkstoff Paramethoxyamphetamin (PMA) enthalten. Die Pillen haben wie bei der von ChEck iT! am 4.7.2009 analysierten Pille weiße Farbe und keine Prägung.

Die PMA-Pillen, die in Jahren 2000-2001 identifiziert worden waren, trugen unterschiedliche Logos, wie z.B. Mitsubihi, Superman und E etc. auf. Einige der Tabletten wiesen eine sonst nicht so gebräuchliche zylindrische Form auf. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre muss davon ausgegangen werden, dass PMA und/oder PMMA auch in Tabletten mit anderen Logos und Bezeichnungen vorkommen kann. Wie von ChEck iT! immer wieder hingewiesen wird, kann über das Logo, Form, Farbe und Bezeichnung in keinem Fall auf etwaige Inhaltsstoffe geschlossen werden!

Chemisches

Para-Methoxyamphetamin (PMA) und Para-Methoxymetamphetamin (PMMA) sind methoxylierte Phenyl-Etylaminderivate und kommen als beiges, weißes oder pinkes Pulver vor. Und haben keinen medizinischen Nutzen. Da die zur chemischen Synthese notwendigen Vorläufersubstanzen nicht rigoros kontrolliert werden (PMA kann etwa über die Ausgangssubstanz Anisöl hergestellt werden) ist die Produktion von PMA einfacher und billiger, als die Produktion die als Ecstasy bekannten Amphetaminderivate MDMA, MDA, MDE und MBDB. Da für die Produktion von PMA andere Vorläufersubstanzen als für die Produktion von MDMA verwendet werden, muss angenommen werden, dass PMA/PMMA gezielt synthetisiert werden und nicht „zufällig“ bei der MDMA Produktion entstehen.

Todesfälle durch Überhitzung, innere Blutungen und Organversagen

Bei gleicher Dosierung ist PMA/PMMA jedoch sehr viel toxischer als MDMA: Nach dem Konsum größerer Mengen PMA/PMMA können Herzrhythmusstörungen und krampfhafte Anfälle auftreten. Höhere Dosierungen verursachen einen sehr starken Anstieg des Blutdrucks und der Körpertemperatur. Der Puls beginnt zu rasen, die Atmung wird schneller und gleichzeitig schwerer, die Augen bewegen sich sprunghaft, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Bei Körper-Temperatur über 40 Grad Celsius können Hirnzellen geschädigt werden, ab 42 Grad Celsius sind Bewusstlosigkeit und Koma keine Seltenheit. Aufgrund der hohen Körpertemperaturen werden innere Organe geschädigt und es kommt in der Folge zu inneren Blutungen in Magen und Darm, sowie zu Gehirnblutungen. Die Betroffenen fallen ins Koma und versterben durchschnittlich nach 6-24 Stunden an allgemeinem Organversagen. Über Langzeitfolgen nach chronischem Gebrauch von PMA/PMMA ist sehr wenig bekannt.

Die psychoaktiven Wirkungen von PMA/PMMA setzen langsamer und später ein als die erwarteten Effekte nach MDMA-Konsum und sind bei gleicher Dosierung auch schwächer ausgeprägt. Konsumenten vermuten daher eine „schwach“ wirkende Ecstasy-Dosis konsumiert zu haben und nehmen oft weitere Tabletten ein, um die von ihnen erwünschte Ecstasy-Wirkung zu erleben.

Ecstasy-üblichen Dosierungen von PMA/PMMA können zum Tod führen

Während Todesfälle durch die als Ecstasy bekannten Amphetaminderivate MDMA, MDE, MDA und MBDB ausgesprochen selten sind – in Österreich ist seit 1990 nur ein einziger dokumentierter Todesfall bekannt – hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass der Konsum von PMA sehr häufig mit dem Tod enden kann.

Alle an den PMA-Folgen verstorbenen Personen waren der Meinung, MDMA oder MDA – also Ecstasy – konsumiert zu haben. Trotz schwerer körperlicher Symptome, wie starker Überhitzung, suchte keine dieser Personen, oder Freunde der Betroffenen, rechtzeitig medizinische Hilfe, da sie Angst hatten, wegen Suchtmittelbesitzes angezeigt zu werden. Allen Betroffenen wurde letztendlich zum Verhängnis, dass sie nicht nur eine oder zwei Tabletten, sondern mehrere PMA-Tabletten in Folge konsumierten. Die Verstorbenen dürften also jeweils mehrere hundert Milligramm PMA konsumiert haben, eine Dosis, die mit dem Konsum von 3-4 durchschnittlich dosierten Ecstasy-Tabletten erreicht wird.

Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum der Substanz animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch der Substanz ergeben!

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