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Oliver Sacks - Drachen, Doppelgänger & Dämonen

Oliver SacksOliver Sacks, der neurologische Biowissenschaftler, ist vor allem immer noch bekannt für sein erfolgreichtes Werk Awakening - zu Deutsch "Zeit des Erwachens", ein Buch das im Jahre 1990 mit Robert DeNiro und Robin Williams verfilmt und für einen Academy Award nominiert wurde. Nun hat er einen neuen Bestseller veröffentlicht, der den vieldeutigen Titel "Drachen, Doppelgänger & Dämonen" trägt.

Sacks Experimente mit psychedelischen Substanzen und anderen Drogen wie Cannabis (aus z.B. medizinische oder feminisierte Hanfsamen) , LSD und Morphium sind ausschlaggebend für seine Geschichten und Forschungsweisen. Und genau darum geht es in seinem neuen Buch. Die obszöne Realität, die sich aus seinen Erfahrungen mit den Substanzen ergibt, wollte er niederschreiben und als qualitatives Exemplar für autobiographische Erkenntnisse verwenden. In seinem Buch geht es darum, was diese Halluzinationen - etwa beim Konsum von Peyote - auslösen können, wie Menschen auf verschiedene Arten und Weisen mit diesem Zustand umgehen und wie Patienten psychischer Erkrankungen sogar heilsame Feststellungen davon tragen können.

Radiomitschnitt zum 80. Geburtstag Oliver Sacks

Oliver Sacks: Der Mensch steht im Mittelpunkt der Forschung

Das ist auch die Konklusion seiner eigenen Erfahrungen: Halluzinationen, die von außen induziert werden, sind nicht immer der absolute Terror. Als Gegenpart der landläufigen Intuition lässt der Wissenschaftler in seinem Buch viele Menschen zu Wort kommen, denen die Wirkungen von Halluzigenen gut taten und bewirbt die medizinische Anwendungskraft der neurologischen Veränderungen im Gehirn.

Dabei bleibt sich der Mediziner selbst treu: immer geht es darum, dass die Patienten im Mittelpunkt seiner Forschung starke Menschen sind, die ihr Schicksal bewältigen müssen. Blinde, die endlich wieder sehen können; oder Trugbilder, die vereinsamte oder depressive Menschen wieder zu Leben und Kreativität inspirierten. Dabei versucht er den Leser nicht nur mit Beispielen, sondern auch mit Wissen zu eigenen Überlegungen zu bewegen und holt sie auf den aktuellen Kenntnissstand der Wissenschaft. So verdeutlicht Sacks, wie viele unterschiedliche Formen der Halluzination es geben kann; solche, die den Patienten als real erscheinen, und solche, die ganz klar und deutlich als Trugbilder erkannt werden etwa. Synästhesie und andere Phänomene schließt er auch in seinen Erklärungen ein.

Obwohl Sacks Ausführungen ein trockenes Sachbuch für Experten sein könnte, baut er sprachliche und inhaltliche Spannungen ein, sodass auch der Laie mit viel Interesse durch sein Werk schreitet. Nicht nur, dass sich der Autor nur auf die Medizin beschränkt bei seinen Erläuterungen: er versucht auch, die Frage zu klären, inwiefern Substanzen wie Salvia auch unsere Kultur geprägt haben können und verweist auf einschlägige Literatur und die Auswirkungen auf Felder wie die Kunst und die Religion.

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