Krebstherapie mit MDMA(zurück)

MDMA in der Krebstherapie

Youtube-Kanal des Drogen-Informations-Portals BerlinDas unter dem Kürzel MDMA geführte 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin machte bislang eher weniger durch seine heilenden als durch seine psychoaktiven Eigenschaften von sich reden. Jetzt wollen Forscher der University of Birmingham in England und der University of Western Australia MDMA zu einem neuen Image und Krebs-Patienten zukünftig zu besseren Heilungschancen verhelfen, wie yahoo.co.uk berichtet. Mit einem speziell veränderten MDMA schafften es die Wissenschaftler in Tests, Krebszellen 100-fach effektiver zu attackieren als mit herkömmlichem MDMA. Krebspatienten könnten zukünftig von einer Art «modifiziertem Ecstasy» profitieren.

Ecstasy-Wirkstoff als Krebszellen-Killer

Bereits vor sechs Jahren erkannte das britisch-amerikanische Forscherteam, dass mehr als die Hälfte aller untersuchten Leukozyten-Krebszellen während Laborexperimenten auf psychotrope Substanzen reagierten. Dazu gehörten Amphetamin-Abkömmlinge wie Ecstasy, bestimmte Abnehmpillen und Antidepressiva wie Prozac.

Zu Beginn ihrer Untersuchungen standen die Wissenschaftler vor einer großen Herausforderung: Um die Tumorzellen wirkungsvoll attackieren zu können, bedarf es einer hohen, für den menschlichen Organismus nicht tolerierbaren Konzentration des modifizierten MDMAs. Aus diesem Grund mussten die Forscher die Designerdroge weiter verändern, um sie verträglicher zu machen. Im Zuge dieses Prozesses gelang es den Wissenschaftlern außerdem, den Wirkungsmechanismus der Substanz zu entschlüsseln. Sie entdeckten, dass die Droge Einfluss auf die Konsistenz der Zell-Membranen nimmt und deshalb leichter von der Zelle aufgenommen werden kann. Ohne diese «Vorarbeit» zeigen sich gesunde Zellen resistent gegen die Substanz.

Nebenwirkungen sind gering

Zukünftig sollen klinische Studien klären, ob sich der Wirkstoff als Medikament bewährt. «Das ist ein entscheidender nächster Schritt, der zeigen wird, ob das veränderte MDMA Menschen mit Blutkrebs tatsächlich helfen kann», sagt David Grant, Forschungsdirektor der britischen Organisation Leukaemia & Lymphoma Research. Er betont dabei, dass es vielfach schwierig sei «Lymphome wirkungsvoll mit Medikamenten zu behandeln, die nur wenige Nebenwirkungen zeigen. Solche Wirkstoffe werden in der Krebstherapie dringend benötigt». Dennoch warnt er vor überzogenen Erwartungen: «Grundsätzlich ist das ein signifikanter Schritt in Richtung neuer Behandlungsmöglichkeiten», doch bis ein solches Medikament erhältlich sei, ist Grant zufolge noch «viel harte Arbeit» nötig. Die Studie wurde im Fachjournal Investigational New Drugs publiziert.

Weitere Informationen zu neuen Substanzen, welche als Amphetamin-Ersatz angeboten werden

sensi seeds hanfsamen skunk #1 Immer öfter wird Methylamphetamin und Mephedron in getesteten Speedproben gefunden. Hier finden Sie einen aktuellen Bericht zu diesen Research Chemicals.

Weiterführende Informationen

Der Wirkstoff in Ecstasy-Pillen: MDMA
MDMA-unterstützte Psychotherapie für Autismus-Studie Autismus-Studie

Weblinks und Veröffentlichungen zum Thema: MDMA in der Psychotherapie:

Artikel im Stern zum Thema MDMA in der Psychotherapie

Artikel im Tagesspiegel: Vom potenziellen Nutzen von MDMA in der Psychotherapie

Artikel im Focus zu MDMA in der Psychotherapie

Schweizer LSD-Studie mit Patienten mit Krebsleiden (Solothurner Zeitung, Interview mit Peter Gasser)

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