Hypnodelische Therapie (als Teil der Psycholyse)(zurück)

Hypnodelische Therapie (Psychotherapie unter Hypnose)

Gleich der Giraffe und dem Schnabeltier sind die Wesen, die die fernen Zonen der Psyche bewohnen, äußerst unwahrscheinlich. Dennoch gibt es sie. Sie sind Beobachtungstatsachen; und als solche können sie von niemandem unbeachtet gelassen werden, welcher ehrlich versucht, die Welt, in der wirleben, zu verstehn.
Aldous Huxley, aus "Himmel und Hölle"

Aldous HuxleyDer Name dieser Behandlungstechnik ist aus den Worten "Hypnose" und "psychedelisch" zusammengesetzt. Die Konzeption der Hypnodelischen Therapie wurde von Devine und Ludwig entwickelt, in dem Bestreben, die aufdeckende Wirkung des LSDs mit der Kraft der hypnotischen Suggestion zu einem organischen Ganzen zu verbinden. In ihrem Verfahren diente die hypnotische Technik dem Zweck, den Patienten durch die Drogenerlebnisse hindurchzulenken und den Inhalt und Verlauf der LSD-Sitzung zu beeinflussen.

Die Hypnodelische Therapie ist - wie die "Anaklitischen Therapie" ein "Seitenarm" der Psycholytischen Therapie

Das Verhältnis zwischen Hypnose und LSD-Reaktion bei der Hypnodelischen Therapie

Das Verhältnis zwischen Hypnose und LSD-Reaktion ist sehr interessant und bedarf einer kurzen Kennzeichnung:

Es wird berichtet, dass es Einzelnen gelang, den LSD-Wirkungen durch einen hypnotischen Auftrag entgegenzuwirken und umgekehrt zu einem späteren Zeitpunkt typische LSD-Phänomene bei einem Versuchsteilnehmer wieder hervorzurufen, der an diesem Tag die Droge nicht eingenommen hatte. Dr. Tart führte ein faszinierendes Experiment mit wechselseitiger Hypnose durch, bei dem zwei Personen, die beide sowohl Hypnotiseure als auch als Medien geschult waren, sich gegenseitig durch Hypnose in eine immer tiefere Trance versetzen. Von einem gewissen Punkt an reagierten sie nicht mehr auf Tart's Aufträge und traten gemeinsam eine verwickelte innere Reise an, die viele Ähnlichkeiten zu den psychedelischen Zuständen aufwies.

Exploration der klinischen Symptome bei der Hypnodelischen Therapie

Bei Devine's und Ludwig's hypnodelischer Behandlung diente das erste Therapiegespräch zur Exploration der klinischen Symptome, der aktuellen Lebenssituation und der Lebensgeschichte. Anschließend wurde der Patient zum Hypnosemedium geschult. Als Hauptmethode zum Herbeiführen der Trance diente Blickfixierung auf einen hohen Punkt. Zehn Tage später führte der Psychiater eine psychedelische Sitzung mit 125 – 200 µg LSD durch. Während der Latenzperiode, die bei oraler Einnahme des LSDs gewöhnlich 30 – 40 Minuten dauert, wurde der Patient hypnotisch beeinflusst, so dass er sich, wenn die Wirkung einsetzte, meist schon in einem Trancezustand befand. Wegen der Ähnlichkeit zwischen den LSD-Erlebnissen und den Phänomenen der Hypnose ist der Übergang aus der hypnotischen Trance in den LSD-Zustand im Allgemeinen relativ glatt.

Während der Kulminationszeit der LSD-Sitzung versuchten die Psychiater sowohl die Drogenwirkung als auch den hypnotischen Rapport zum Patienten für therapeutische Zwecke zu nutzen. Sie halfen beim Durcharbeiten wichtiger Problembereiche, ermutigten zur Überwindung von Widerständen und psychischen Abwehrmechanismen, lenkten das Augenmerk auf bedeutsame Kindheitserinnerungen und förderten so Katharsis und Abreagieren. Gegen Ende der Sitzung erhielt der Patient den posthypnotischen Auftrag, sich an alle Einzelheiten der Sitzung zu erinnern und weiterhin über die in ihr aufgetauchten Probleme nachzudenken.

Devine und Ludwig untersuchten die Wirksamkeit der hypnodelischen Technik bei Narkotikasüchtigen und Alkoholikern. Nach ihrem ersten Bericht erwies sich die Kombination von LSD-Einfluss und Hypnose als wirksamer als jede dieser beiden Komponenten für sich allein genommen.
(Quelle: Stanislav Grof: LSD-Psychotherapie)

Weiterführende Informationen zur Hypnodelischen Therapie mit entheogenen Substanzen:

henrik Jungaberle Therapie mit psychoaktiven Substanzen
Henrik Jungaberle, Peter Gasser, Jan Weinhold, Rolf Verres

Das vorliegende Buch ist Produkt eines interdisziplinären Dialogs zwischen Medizinern, Sozialwissenschaftlern und Psychotherapeuten.

Die Psychotherapie mit Halluzinogenen wie LSD und Entaktogenen wie MDMA (Ecstasy) findet nach einer Unterbrechung von drei Jahrzehnten wieder großes Interesse. In einem Zeitfenster von sechs Jahren war es in der Schweiz möglich, mit LSD und MDMA Psychotherapien durchzuführen und dabei wichtige Erfahrungen zu sammeln. Diese werden erstmals systematisch dargestellt und durch Beiträge namhafter Forscher und Therapeuten ergänzt. Das Buch informiert über Geschichte und State-of-the-Art Substanz-unterstützter Psychotherapie. Psycholytische und psychedelische Behandlungsansätze werden erläutert. Potenziale, Risiken und Nebenwirkungen werden bewertet. Die Autoren diskutieren die Relevanz dieser Therapieform für Medizin und Gesellschaft. Das Buch ist Produkt eines Dialogs zwischen Medizinern, Sozialwissenschaftlern und Psychotherapeuten.

ISBN: 978-3-456-84606-4

Matthias Diesch-LSD:Rückkehr in die klinische ForschungMatthias Diesch - LSD: Rückkehr in die klinische Forschung: Das Werk basiert auf den Studienergebnissen des Schweizer Psychiaters Peter Gasser und der Masterthesis von Matthias Diesch (Titel: "Mystik, Salutogenese und Psychotherapie - Eine Schweizer Studie zu LSD-unterstützter Psychotherapie bei Personen mit Angstsymptomatik in Verbindung mit fortgeschrittenen lebensbedrohenden Krankheiten"). Die Schweizer Studie mit LSD ist weltweit die erste offizielle Therapieforschung seit 35 Jahren und wurde von der amerikanischen "Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies" (MAPS) mitfinanziert.

Weiterführender Link: Einsicht beim Nachtschattenverlag

LSD-Psychotherapie
Stanislav Grof

LSD-Psychotherapie - grof Der Autor Stanislav Grof gibt einen Überblick über die Geschichte der LSD-Therapie und ihre theoretischen Grundlagen. Er konzentriert sich dabei auf die praktischen Aspekte der von ihm entwickelten therapeutischen Vorgehensweisen: die Vorbereitung des Patienten, die Methodik der Durchführung von Sitzungen, Indikationen und Kontraindikationen, die therapeutischen Resultate und das Problem von Nebenwirkungen und Komplikationen.

ISBN: 978-3-608-94017-6

PDf zum Thema "Hypnodelische Therapie":

PDF-Download:
Auf dem 15. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Hypnose (ISH) im Oktober 2000 in München wurde der WBDH, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Anerkennung der Hypnose und Hypnotherapie in Forschung und Praxis zu fördern, ins Leben gerufen. An der Gründungsversammlung nahmen insgesamt 30 Vertreter von vier Gesellschaften aus Österreich, zwei schweizerischen und fünf deutschen Gesellschaften sowie des BDP, der European Society of Hypnosis (ESH) und namhafte Universitätsprofessoren teil. Zusammen vertritt das Gremium die Interessen von etwa 3000 europäischer Hypnotherapeuten und Hypnose-Forschern.

Therapeuten, die mit Hypnose im transpersonalen Kontext arbeiten

Sven Heck - Krisen überwinden mit Methoden der modernen transpersonalen Therapie
Sven Heck Erweiterte Bewusstseinszustände sind ein integraler Bestandteil der geistigen und emotionalen menschlichen Entwicklung und Kultur. Die Methoden, diese Zustände zu erreichen, sind vielfältig und auch die Auswirkungen können sich auf vielfältige Weise zeigen. Die gemachten Erfahrungen, so fantastisch oder beängstigend sie auch sein mögen, beinhalten auch immer das Potential der Entwicklung und Transformation für den, der sie bewusst durchlebt. Mit Methoden der modernen transpersonalen Therapie helfe ich dir, emotionale Krisen und Traumata, (substanzinduzierte) spirituelle Krisen und mystische Erlebnisse so zu integrieren, dass du mit klarem Verstand und offenem Herzen dein Leben leben kannst.

Mehr Informationen unter: www.realize-your-self.com

Radiomitschnitt: Psycholyse als Teil therapeutischer Interventions-Möglichkeiten

Radiomitschnitt zum Thema "Psilocybin und LSD in der Psychotherapie"herunterladen oder anhören

Weiterführende Informationen zur Substanz-unterstützten Psychotherapie:

siehe auch: Psycholytische Psychotherapie

Weblinks und Veröffentlichungen zum Thema: MDMA in der Psychotherapie:

Artikel im Stern zum Thema MDMA in der Psychotherapie

Artikel im Tagesspiegel: Vom potenziellen Nutzen von MDMA in der Psychotherapie

Artikel im Focus zu MDMA in der Psychotherapie

Schweizer LSD-Studie mit Patienten mit Krebsleiden (Solothurner Zeitung, Interview mit Peter Gasser)

Kanadische Behörde hält reines MDMA (welches "Ecstasy" ursprünglich den Namen gab) für ungefährlich
Kanadische Behörde hält reines Ecstasy (also reines MDMA) für ungefährlich

Psychedelic Welfare:

Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS)

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