Erste Hilfe für Hunde(zurück)

Was tun, wenn dein Hund Cannabis, Amphetamine, Kokain, Schokolade, MDMA,
Opiate oder andere Medikamente gefressen hat und kein Tierarzt in der Nähe ist?

Erbrechen bei dem Hund herbeiführen!

Die Wirkung der Substanzen setzt innerhalb von 5 Minuten bis 4 Stunden ein. Um die Aufnahmen des Wirkstoffes zu minimieren, sofort Erbrechen des Mageninhaltes einleiten. Bei Bewusstseinsstörungen und Ohnmacht bitte darauf unbedingt verzichten, da Erstickungsgefahr besteht.

Bei die Aufnahme von Säuren, Laugen oder Reinigungsmitteln nicht anwenden, da der Rachen dann noch mal verätzt würde. Also sofort zum Arzt gehen!

Vor der linken Seite des Hundes knien und – je nach Körpergröße des Hundes – die Armbeuge oder die geöffnete Hand unter den Bauch des Hundes schieben, umfassen und sanft fixieren.

Mit der linken geöffneten Handinnenfläche die Zunge des Hundes herabdrücken, mit dem Daumen den Unterkiefer fest umfassen und die Finger in den Rachen schieben. Dabei den Kopf des Hundes nach unten drücken. Das einsetzende Würgen wird durch sanften Druck auf den Magen, Anheben des Hundes unter der Bauchdecke und das Überstrecken des Halses unterstützt. Falls du das nicht durchführen kannst, schütte ein bis drei Teelöffel Salz in den Rachen des Hundes.

Je nach erbrochener Menge muss die Prozedur fortgesetzt oder wiederholt werden. Falls du das nicht durchführen kannst, ein bis drei Teelöffel Wasserstoffperoxid 3 %ig 5 - 10ml in den Rachen des Hundes spritzen und das Erbrechen setzt innerhalb von 10 - 20 Minuten ein. Wenn nicht, noch mal wiederholen. Es kann sein, dass ein Hund nicht auf diese Methode reagiert, dann schnellstens zum Arzt gehen. Der benutzt in der Regel Apomorhin oder Xylazin.

Auch kann der Magen leer oder der Eingang verstopft sein. Von Pflanzenöl ist strengstens abzuraten, denn fast alle Substanzen sind lipidlöslich und würden schneller aufgenommen werden.

Aktivkohle und Abführmittel verabreichen

Aktivkohle 1 - 3 g/kg mit je 10 ml Wasser verrühren und dem Hund zu trinken geben oder einflößen. Dadurch können die Wirkstoffe gebunden und die Wiederaufnahme im Verdauungstrakt gehemmt werden. Nach sechs bis acht Stunden sollte diese Prozedur wiederholt werden. Die Schnauze und den Rachen damit einreiben und wieder ausspülen. Der Einsatz von Aktivkohle eignet sich nicht bei Alkohol.

Als Abführmittel eignet sich, besonders bei lipidlöslichen Substanzen, Paraffinöl in einer Dosis von 1 - 2 ml pro kg Körpergewicht, welches in den Rachen gepritzt wird, damit die Stoffe schneller ausgeschieden werden. Es kann auch Glaubersalz verwendet werden in einer Dosis von 1 g pro kg Körpergewicht, welches in je 20 ml Wasser gelöst und oral verabreicht wird.

Symptome behandeln

Bei Überhitzung Fell mit kaltem Wasser übergießen, feucht halten und nicht zudecken. Unbedingt Wasser zum Trinken geben.
Bei Agitiertgeit, Unruhe und Angst den Hund an einem dunklen, stillen Ort beruhigen und nach Absprache mit einem Tierarzt oral oder rektal 5 - 15 mg Diazepam verabreichen.
Bei Krämpfen verhindern, dass sich der Hund an Kanten oder Ecken verletzt! Den Hund nicht festhalten. Hält der Krampf länger als 10 Minuten an oder ist er wiederkehrend, bitte sofort zum Tierarzt bringen. Nach Absprache mit dem Tierarzt kann auch hier Diazepam verabreicht werden (siehe oben).
Bei Atemstillstand eventuelle Geganstände oder Erbrochenes aus den Atemwegen entfernen, den Kopf strecken, den Fang mit der Hand sanft umfassen und alle 3 Sekunden durch die Nase vorsichtig Luft einblasen. Diese Maßnahme bis zu 10 Minuten fortsetzen.
Bei Atemstillstand durch Opiate eine Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen. Eventuell Naloxon in einer Dosierung von 0,04 mg pro kg ind die Schulterblattmuskular injizieren.
Bei Herzstillstand den Hund auf die rechte Seie legen und zwischen der 4. und 6. Rippe eine Druckmassage durführen mit einer Frequenz von 100 Kompressionen/Minute.

Im Zweifelsfall

Bei Unsicherheiten unbedingt sofort einen Tierazt, eine Klinik oder den Giftnotruf (Berlin: 19240) kontaktieren. Dabei sind folgende Daten wichtig:
Wann, wann und wieviel hat der Hund gefressen? Die unbekannte Substanz, den Fressrest oder das Erbrochene zur Untersuchung mitnehmen. Wenn möglich, Drogenschnelltest durchführen. Nichts zu der Herkunft ilegalisierter Substanzen sagen, die Vergiftung könnte meldepflichtig sein.

Tödliche und giftige Dosierungen

Diese Dosierungsangaben sind Mittelwerte und können individuell unter- und überschritten werden. Giftig bedeutet hier "stark wirkend".

Notdienste in Berlin

Tierpraxen im Notdienst werden angesagt unter 030 83 22 90-00/-85
ambulanter tierärztlicher Notruf: 0174 160 160 6
Giftnotruf Berlin: 030 19 240
Klinik für Kleintiere in Marzahn: 030 9 32 20 93

Quelle:

Mit freundlicher Genehmigung von Sokratis,
brought to you by Autonomer Drogeninfostand, www.psi-tv.de und www.drugchecking.org

zur Übersicht

Social Bookmarks:

Bookmark and Share

shayana-shop
Sensi Seeds Hanfsamen