Opiate / Heroin (zurück)

praeventionHeroin wird halbsynthetisch hergestellt, Ausgangssubstanz ist dabei das Morphin. Gewonnen wird Morphin als Extraktion aus Rohopium, dem getrockneten Milchsaft des Schlafmohns (Papaver somniferum). Das Heroin, chemisch Diacetylmorphin oder Diamorphin (DAM), ist ein stark analgetisches (schmerzstillendes) Opioid mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential.

Morphium, Morphin und andere Opiate werden in der Medizin ausschließlich zur Schmerztherapie eingesetzt. Auf der Straße wird Heroin als braunes/graues Pulver verkauft. Ganz selten als weißes - sogenanntes Thailand Heroin.

Heroin wird in der Regel geraucht oder gesnieft. Das Aufkochen der Substanz mit Ascorbinsäure (Vitamin C) ist weniger verbreitet, als man gemeinhin glaubt und stellt eine extrem gefährliche Form des Konsums dar.

Heroin ist deutlich stärker fettlöslich als Morphin und gelangt daher rasch ins Gehirn, was zu einer starken Anflutung an den Wirkrezeptoren führt; daher löst eine intravenöse Heroininjektion einen initialen „Kick“ aus.

Zur Geschichte von Heroin:

bayerflasche Heroin wurde 1896/1897 von dem deutschen Pharmakonzern Bayer synthetisiert und vor allem als Hustensaft massiv beworben und vertrieben. In den Jahren des 1. Weltkrieges wurden viele Verletzte mit Morphium und Heroin behandelt und kehrten als stark abhängig aus den Kriegswirren zurück. In der Folge gab es in den 20er Jahren eine ausgeprägte Szene von "Morphinisten" in Europa und Amerika. Sowohl Heroin, als auch Kokain waren nicht verboten und recht einfach zu besorgen. Der Pharmakonzern Bayer stellte erst 1931 die Produktion von Heroin ein, verkauft wurde Heroin allerdings bis 1958. Im Jahre 1971 dann wurde Heroin verboten. Heute ist die genaue Zahl der Heroin-Konsumenten unbekannt, weltweit wird sie auf 11 Millionen, in Deutschland auf 100.000 bis 200.000 geschätzt.

Wirkung:

Heroin wirkt schmerzstillend, sedierend und euphorisierend. Negative Empfindungen, wie Schmerzen, Leeregefühle und Angst werden schon kurz nach der Einnahme durch ein Glücksgefühl überdeckt.

Heroin macht - wie alle Opiate - sehr schnell körperlich abhängig. Bei Überdosierungen kann es zu Atemlähumgen kommen, die nicht selten zum Tod führen.

Aktuelle Warnungen bezüglich Streckmitteln

14.09.2011 - Achtung!!!!! Lebensbedrohliche Heroin-Probe analysiert!

ChEck iT! hat heute am 14.09. eine abgegebene Heroinprobe analysiert, die als hoch giftig und potentiell lebensbedrohlich einzustufen ist. Die Analyse der Probe hat folgende Inhaltsstoffe ergeben:

Brucin (104 mg/g), Alprazolam, Paracetamol, Koffein, Domperidon und 3 weitere unbekannte Substanzen. Der Konsument berichtete über ein 17-stündiges "Blackout" nach dem Konsum. Brucin ist ein stark giftiges Alkaloid. Es wird aus der Brechnuss gewonnen und wirkt als starkes Nervengift.

Folgende Symptome werden unter anderem beschrieben:
Schmerzhafte Starre der Nacken- und Rückenmuskulatur und ein Engegefühl auf der Brust, Unruhe und Atemnot. In schweren Fällen kommt es plötzlich zu qualvollen, typischen Starrkrampfanfällen mit Anspannung der gesamten Körpermuskulatur. Durch Verkrampfung der Atemmuskulatur wird die Atmung stark behindert, es kommt zu bläulicher Verfärbung der Haut, Atemstörungen und schließlich zum Aussetzen der Atmung. Der Tod tritt meist durch Erstickung oder Erschöpfung ein.

Als Therapie bei einer Brucin-Vergiftung werden Benzodiazepine und Medinzinal-Kohle verabreicht.
Alprazolam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit mittlerer Wirkungsdauer, der zur kurzzeitigen Behandlung von Angst- und Panikstörungen eingesetzt wird.
Möglicherweise hat der Konsument also die Einnahme des vermeintlichen Heroins nur aufgrund der Beimengung des Alprazolams überlebt.

Solltest Du nach dem Konsum von Heroin ein oben beschriebenes Symptom feststellen, rufe sofort die Rettung (112)!!

Beachte:

Das auf dem Schwarzmarkt erworbene Heroin hat einen Reinheitsgehalt zwischen 5 und 95 %. Aus diesem Grund ist der Konsum von Heroin mit sehr hohen Risiken verbunden. Bei Fällen von Überdosierung ist darauf zu achten, dass der Betroffene nicht an seinem Erbrochenen erstickt und beatmet wird, bis der Notarzt eintrifft.

Entzug von Heroin und anderen Opiaten/Opioiden

- siehe : leichter Entziehen mit Kratom

Nachweiszeit bei Heroin
- 2-3 Tage

Weiterführende Informationen

Informationen zu: Safer Use und Harm Reduction
Drogenmischkonsum: Drogenkonsum und HIV-Medikamente
Droge "Krokodil": Panikmache um ein Phantom
Substitutionsbehandlung: Wechselwirkung mit Substitutionsmitteln
Kratom: Kratom bei azarius

Heroin fällt unter das BtmG und ist in Deutschland verboten! Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum der Substanz animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch der Substanz ergeben!

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