Verschiedene Drogen-Konsumformen (First-Pass-Effekt)(zurück)

Verschiedene Drogen - verschiedene Konsumformen

Beim Drogenkonsum kommt es zu ganz unterschiedlichen Konsumformen. Warum ist das so und was ist beim Konsum unbedingt zu beachten - was sollte man wissen, um Gefahren zu vermeiden?

Die gängigsten Methoden der Aufnahme sind über:

- die Nase (nasal),
- die Lunge (Inhalation),
- den Mund (oral),
- die Venen direkt (intravenös / i. v.).

Durch die Nase wird in der Regel Speed oder Kokain konsumiert (siehe auch:Drogen durch die Nase ziehen), die Aufnahme über die Lunge kommt traditionell beim Haschisch vor. Die Aufnahme über den Magen erfolgt meist bei Ecstasy-Pillen. Darüber hinaus gibt es traditionell – auch beim Arzt – die Verabreichung von Substanzen über die intravenöse Applikation (wie das beim Heroinkonsum gelegentlich der Fall ist).

Die Leber, CYP-Enzyme und die Aufnahme von Giftstoffen im Körper

Zunächst sei gesagt, dass der Körper daran interessiert ist, sein Überleben zu sichern und aus diesem Grund die Leber als eigenen Zensor eingebaut hat, welcher die Substanzen nach ihrer Aufnahme aufspaltet (First-Pass-Effekt), sodass eine etwaige Vergiftung (Intoxikation) zumindest abgeschwächt werden kann. Diese Aufgabe übernimmt hier die Leber. Sie spaltet mit Hilfe von Enzymen (Cyp-Enzyme) bestimmte Moleküle der aufgenommenen Substanz auf und stellt sie für den Stoffwechsel zur Verfügung. Dies ist ein sehr wichtiger Vorgang, weshalb auch der Leber eine zentrale Rolle in der Verarbeitung von Abbauprodukten und Giftstoffen – wie z. B. Alkohol – zugeschrieben wird.

Nun ist es ja kein Geheimnis mehr, dass bestimmte Applikationsformen – also Formen der Aufnahme von Drogen – oftmals einen intensiveren und/oder schnelleren Wirkungseintritt versprechen. Zieht man beispielsweise Speed (Amphetamine) oder Kokain durch die Nase, tritt die Wirkung in der Regel schon nach etwa 30-60 Sekunden ein. Das bedeutet, dass die Aufnahme über die Nasenschleimhäute schneller abläuft als die Aufnahme über den Magen.

Bei der Aufnahme über den Magen werden alle Spaltprodukte noch an die Leber geschickt, welche die Moleküle mit Hilfe der CYP-Enzyme aufspaltet und danach erst in den Stoffwechsel bringt (First-Pass-Effekt). Deshalb dauert es auch eine gewisse Zeit, bis - zum Beispiel - eine Ecstasy-Pille zu wirken beginnt!

Die Aufnahme über die Nasen- oder Mundschleimhäute umgeht diesen Zensor (Leber) und hat somit die Möglichkeit, sofort das ungespaltene Molekül der Droge in den Blutkreislauf zu befördern.

Dies ist auch bei der intravenösen Aufnahme der Fall - mit den oft verheerenden Folgen für den Konsumenten. Allein im Jahr 2009 starben 1.331 Menschen an einer Überdosis - die allermeisten nach intravenösem Konsum von Heroin und/oder Kokain ("Spritzen"). Denn auch beim "Spritzen" wird die Leber umgangen, da die Substanz direkt in den Blutkreislauf gelangt.

Antibiotika, die Leber und Drogenkonsum

shayana-shopOft wird gefragt, wie es um die Wechselwirkungen von Antibiotika und Drogen steht: Das Antibiotikum beeinflusst den natürlichen Stoffwechsel und beansprucht die Leber mehr als sonst. Deshalb kann es dazu kommen, dass "Drogen" (wie Alkohol, MDMA, Speed und andere Stoffe) stärker wirken als gewohnt. Grundsätzlich sollte man also auf den Konsum verzichten, wenn man vom Arzt verordnete Antibiotika einnimmt, oder wenn man gerade das Antibiotikum abgesetzt hat. Denn auch nach einer unmittelbaren Therapie mit, z.B. Amoxicillin, ist die Leber nur bedingt in der Lage "Giftstoffe" abzubauen.

Gefahren des Drogenmissbrauchs und die Ethik des Konsums in den Kulturen

Die Leber als Zensor zu umgehen, ist also nicht immer eine ungefährliche Sache. Gerade die intravenöse Applikation (also "Spritzen") ist sehr gefährlich und aus den genannten Gründen auch schwer zu berechnen (das "Spritzen" ist eine recht neue Konsumform und fast ausschließlich in den westlichen Industriestaaten anzutreffen).

Unser Körper hat nicht umsonst die Leber damit beauftragt, als "letzte Instanz" aufgenommene Substanzen aufzuspalten und für unseren Stoffwechsel zur Verfügung zu stellen. Andere Konsumformen – wie das Haschischrauchen – sind in vielen Kulturen fest eingebunden. Neben dem oftmals sozialen Aspekt des gemeinsamen Rauchens einer Pfeife, ist das Rauchen recht gut zu dosieren und Haschisch ist als "Kraut" nun einmal dem Tabak ähnlich. Selbstverständlich ist hier ganz klar auf das erhöhte Risiko einer chronischen Bronchitis hinzuweisen.

Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum von Drogen animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch dieser Informationen ergeben!

Weiterführende Informationen

siehe auch: Drogen-Mischkonsum
siehe auch: Neuro Enhancement
siehe auch: Research Chemicals

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