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Pillenwarnung, Pillencheck und Böse Pillen(zurück)

Auf den folgenden Seiten stellen wir die aktuellen Warnungen zu Pillen und anderen Drogen zur Verfügung. Die angebotenen Informationen kommen - unter anderem - freundlicherweise "ChEck iT!" aus Wien. ChEck iT! ist ein gemeinsames Projekt des Verein Wiener Sozialprojekte, des Klinischen Institutes für medizinische und chemische Labordiagnostik - AKH Wien und wird gefördert aus Mitteln der Sucht- und Drogenkoordination Wien, gemeinnützige GmbH sowie des Bundesministeriums für Gesundheit.

ChEck iT! hat beim letzten Einsatz am 2./3. Juli 2010 insgesamt 124 Proben getestet - darunter eine Reihe an unerwarteten und gesundheitlich bedenklichen Substanzen. Erstmalig wurde das Research Chemical Methylenedioxypyrovalerone (MDPV) in als MDMA und Kokain verkauften Substanzen nachgewiesen. Auch Phenylpiperazine – in erster Linie verkauft als Ecstasy – sind wie üblich vermehrt aufgetaucht. Anbei eine detailierte Beschreibung der Proben:

Fünf Tabletten sind rosa mit weißen Sprenkeln und haben das Dolce & Gabbana – Logo als Prägung auf der Vorderseite. Der Durchmesser beträgt ca. 9 mm und die Dicke 4 mm. Anstelle von MDMA enthielten die Tabletten mCPP (11mg/11mg/16mg/17mg/20mg).

Eine Tablette ist rötlich und hat das Dolce & Gabbana – Logo als Prägung auf der Vorderseite. Der Durchmesser beträgt ca. 8 mm und die Dicke 4 mm. Anstelle von MDMA enthielt die Tablette das Phenylpiperazin pCPP (1-(4-Chlorophenyl)piperazin).

Eine Tablette ist weiß und trägt das Mercedes – Logo auf der Vorderseite. Der Durchmesser beträgt ca. 9 mm und die Dicke 4 mm. Anstelle von MDMA enthielt die Tablette mCPP (13mg).

Eine Tablette ist vergilbt und trägt ein Kleeblatt als Logo auf der Vorderseite. Der Durchmesser beträgt ca. 8 mm und die Dicke 4 mm. Anstelle von MDMA enthielt die Tablette mCPP (78mg).

Was ist mCPP?

mCPP gehört zu der Gruppe der Piperazine, die Wirkung von mCPP ist ähnlich der von MDMA, wobei neben der vergleichsweise schwachen psychoaktiven Wirkung, wie Glücksgefühlen und optischen Veränderungen beim Konsum von mCPP sehr häufig unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Nierenschmerzen, Nervosität, Schweratmigkeit, Müdigkeit, und mehrere Tage anhaltender „hangover" auftreten. Im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Konsum von MDMA kann es zu Krampfanfällen kommen!

Zwei Tabletten sind vergilbt. Der Durchmesser ist ca. 8 mm und die Dicke 5 mm. Anstelle von MDMA enthielt eine Tablette ausschließlich Amphetamin (7mg), die andere 9,2mg Amphetamin und eine unbekannte Verbindung..

Eine Tablette ist rot und hat das Mitsubishi Zeichen als Logo auf der Vorderseite. Der Durchmesser ist ca. 8 mm und die Dicke 5 mm. Anstelle von MDMA enthielt die Tablette eine unbekannte Substanz.

stierEine Tablette ist weiß. Der Durchmesser beträgt ca 9 mm und die Dicke 3 mm. Anstelle von MDMA enthielt die Tablette Mephedron/MMC (35mg).

Eine Tablette ist weiß und hat auf der Vorderseite eine runde Einbuchtung. Der Durchmesser beträgt ca. 13 mm und die Dicke 4 mm. Anstelle von MDMA enthielt die Tablette Mephedron/MMC (116mg).

Was ist MMC ?

MMC (4-Methylmethcathinon) ist chemisch verwandt mit Cathinon, dem stimulierenden Wirkstoff des Kath Strauches, und Methcathinon (Ephedron). MMC ist ein Stimulans und Empathogen und kommt als weißes Pulver bzw. auch in Tablettenform vor.Mephedron gehört zu den sogenannten Research Chemicals, d.h. es ist weitgehend unerforscht, daher gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über Wirkmechanismen, Risiken, Langzeitfolgen sowie möglichen Gefahren beimMischkonsum. Durch die stimulierende Wirkung von MMC kann es zu einer, als unangenehm empfundenen Hyperaktivität, starker Erhöhung des Blutdrucks und Herzrasen (bzw. unangenehmen Gefühl in der Herzgegend) kommen. Insbesondere bei Konsum von hohen Dosen können Wahnvorstellungen und Paranoia auftreten. KonsumentInnen berichten weiters von unangenehmen Körpergeruch und Kältegefühl, Hautausschlägen, Kopfschmerzen und Gewichtsverlust. Beim Herunterkommen kann es laut Erfahrungsberichten zu erhöhter Nervosität und Verstimmungen kommen. Langanhaltende Schlaflosigkeit, sowie Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnis und Erinnerungslücken können ebenfalls vorkommen.

Als „MDMA“in Pulverform zur Analyse gebrachte Substanzen:

14 Proben, die als MDMA zur Analyse gebracht wurden enthielten anstelle des erwarteten Inhaltsstoffes Mephedron/MMC in unterschiedlichen Dosierungen (min. 68 mg/g - max. 715 mg/g). Zwei vermeintliche MDMA-Proben enthielten Koffein und die beidenResearch Chemicals Butylon (bk-MBDB) und Methylenedioxypyrovalerone (MDPV). Eine weitere als MDMA-Kristall zur Analyse gebrachte Substanz, stellte sich als die Research Chemikalie Methylon (bk-MDMA) (671mg/g) heraus.

Als „Speed“ in Pulverform zur Analyse gebrachte Substanzen:

Von den als „Speed“ zur Analyse gebrachten Substanzen waren drei Proben gesundheitlich besonders bedenklich. Eine Probe enthielt anstelle von Amphetamin das Phenylpiperazin TFMPP (87mg/g). Eine weitere als Speed zur Analyse gebrachte Substanz enthielt Koffein (147mg/g) und den schmerzstillenden und fiebersenkenden Arzneistoff Paracetamol. Eine Probe enthielt anstelle von Amphetamin das weitaus potentere Methamphetamin (739mg/g) in Kombination mit einer unbekannten Substanz.

Als Kokain zur Analyse gebrachte Substanzen:

Auch dieses Mal wurde in vier Kokain-Proben neben dem erwarteten Inhaltsstoff Kokain das Antihelmintikum Levamisol in unterschiedlichen Dosierungen nachgewiesen (min. 37 mg/g – max. 80 mg/g). Eine Probe enthielt neben Kokain (223 mg/g) und Levamisol auch noch das Arzneimittel Phenacetin. In einer Substanz wurden neben Kokain (280mg/g), Koffein (40mg/g), Levamisol und das Lokalanästhetikum Procain nachgewiesen. Zwei Proben enthielten neben Kokain auch das Lokalanästhetikum Lidocain (7mg/g und 30mg/g). In einer Probe wurde anstelle von Kokain dasResearch Chemical Methylenedioxypyrovalerone (MDPV) in Kombination mit Lidocain nachgewiesen.

Was ist MDPV ?

Methylenedioxypyrovalerone (MDPV) gehört zur Gruppe der Cathinone und ist wie andereResearch Chemicals bis dato sehr wenig erforscht. Die Wirkung ist in erster Linie stimulierend. Zu den positiven Effekten zählen unter anderem Euphorie, erhöhte Empahtie und Geselligkeit, gesteigertes Redebedürfnis und geistige Klarheit. Es werden auch aphrodisierende Effekte beschrieben. Negative Wirkungen sind Appetitverlust, Schlafschwierigkeiten, unwillkürliche Körperbewegungen (z.B. Zuckungen), Verwirrung, Nervosität und Ängstlichkeit. Das „Runterkommen“ wird häufig als sehr unangenehm beschrieben, was gelegentlich zu erneutem „Nachlegen“ führt. Risiken und Langzeitfolgen sind unbekannt.

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