Drugchecking Initiative Berlin-Brandenburg(zurück)

Drugchecking: Hintergrüne und Entwicklungen

Unter den Bedingungen des Schwarzmarkts erworbene psychoaktive Substanzen sind in der Regel stark mit anderen Substanzen verunreinigt und gestreckt, teilweise mit Stoffen, die die Gesundheit der Drogengebraucher extrem gefährden können. Außerdem führen schwankende Mengen und Reinheitsgrade der Substanzen zu (teilweise lebensgefährlichen) Vergiftungs- und Überdosierungsgefahren.

Drugchecking – das Testen illegaler Substanzen auf ihre genauen Inhaltstoffe und deren Menge – bedeutet für die Gebraucher die Möglichkeit, Vergiftungen und Überdosierungen zu vermeiden. Gleichzeitig fördert es einen hoch reflektiven, selbstkontrollierten Gebrauch und beeinflusst das Risikoverhalten der Gebraucher somit auch auf andere Weise positiv: Nur wer weiß, was er in welcher Menge schluckt, raucht, spritzt, wird lernen, respektvoll und vorsichtig damit umzugehen und geeignete Strategien zur Risikoreduzierung zu erlernen. Schließlich können Drugchecking-Angebote auch zu einer besseren Aufklärung über Drogen beitragen und den Kontakt von Drogengebrauchern zur Drogenhilfe erleichtern.

Drugchecking wurde in Deutschland in den 1990er Jahren modellweise durchgeführt, seine Durchführung wird jedoch seit 1996 von den Sicherheits und Gesundheitsbehörden blockiert. Seitdem wurden von den Behörden auch ordnungsrechtliche Hürden aufgebaut, die die Durchführung von Drugchecking nur unter nicht unerheblichen rechtlichen Voraussetzungen möglich machen.

In mehreren europäischen Staaten, darunter die Niederlande, Spanien, Schweiz und Österreich, wird Drugchecking seit vielen Jahren unter den oben beschriebenen Zielen erfolgreich angeboten. Wissenschaftliche Evaluationen der Angebote konnten die in Deutschland erhobenen ethischen und praktischen Einwände weitgehend ausräumen.

Förderer und Unterstützer der Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg

Die Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg

drugchecking-InitiativeMitte 2007 bildete sich in Berlin eine Arbeitsgruppe Drugchecking, die sich aus Vertretern der Drogenarbeit, Verwaltung und Politik der Bundesländer Berlin und Brandenburg zusammen setzte.

Neben der Deutschen Aidshilfe, Vista-Berlin, eclipse e. V., den Grünen, der Linken, Fixpunkt Berlin und anderen, ist auch das Drogen-Info-Berlin Förderer der Drugchecking Initiative Berlin Brandenburg.

Mitschnitt vom Funkhaus Europa Berlin zur Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg abspielen

In Deutschland sind Strategien zur praktischen Durchführung von Drugchecking und Ergebnisse der Projekte in den Nachbarländern bislang weitgehend unbekannt oder werden nicht in die politische Diskussion eingebracht. Die Diskussion in Deutschland spiegelt zudem meist nicht den aktuellen Forschungsstand zum Thema. So konnten wissenschaftliche Evaluationen von Drugchecking-Angeboten inzwischen in Deutschland oft erhobene Einwände und Vorbehalte gegenüber möglichen unerwünschten Nebeneffekten von Drugchecking weitgehend ausräumen. Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten über die rechtlichen Bedingungen und Voraussetzungen für eine aus betäubungsmittelrechtlicher Sicht unbedenkliche Durchführung von Drugchecking.

In Deutschland existieren derzeit keine Angebote, illegal erworbene psychoaktive Substanzen einer umfassenden Analyse zu unterziehen, die dem hinreichenden Gesundheitsschutz von Drogengebrauchern dient. Zum Testen illegaler Substanzen ist es Privatpersonen derzeit nur möglich, gegen ein Entgelt Substanzproben in Apotheken abzugeben und meist unvollständige, rein qualitative Ergebnisse zu den Inhaltsstoffen zu erhalten. Eine quantitative Analyse (derzeit möglich z. B. im Zentrallabor Deutscher Apotheker) ist zu langwierig und kostspielig, um als niedrigschwelliges Instrument des Gesundheitsschutzes wirksam zu werden. Zudem sind die Beratungsintentionen und möglichkeiten in Apotheken nicht auf die Risikoreduzierung beim Drogengebrauch ausgerichtet. Auf einzelnen Tanzveranstaltungen wird die Testung von illegal erworbenen Pillen und Pulvern mit Hilfe des Marquis-Reagenz angewendet (Schnelltestverfahren). Auch diese Analyse gibt allerdings keinen hinreichenden Aufschluss darüber, welche Substanzen sich in welcher Menge in den getesteten Proben befinden.

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Die Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg will hier einen Wissenstransfer leisten, indem sie Schlüsselpersonen in Verwaltung und Politik sowie des Drogenhilfesystems über die Möglichkeiten zur Implementierung von Drugchecking in die Drogenarbeit informiert und konkrete praktische Ansatzpunkte dazu liefert, wie Drugchecking in Deutschland umgesetzt werden kann. Neben Schlüsselpersonen aus der Verwaltung will die Initiative auch Mandatsträger aller Parteien auf allen Ebenen (Bezirks , Landes und Bundesebene) dafür gewinnen, für Drugchecking einzutreten.

PDF-Download zum Thema Drugchecking

Initiative Drugchecking Berlin Brandenburg (Initiative für Drugchecking in Berlin Brandenburg Drugchecking : Suchtprävention und Drogenarbeit auf neuen Wegen PDF Download

Eckpapier Drugchecking 2008 (Dokumente der Drugchecking-Inititative Berlin-Brandenburg zum Download)PDF Download

Dugchecking als Stärkung von Gesundheit und Mündigkeit (Die Toxizität der Verbote, von Wolfgang Sterneck)PDF Download

Dugchecking: Ziele - Erfahrungen - Perspektiven (Tibor Harrach und Rüdiger Schmolke auf dem akzept-Kongress in Frankfurt)PDF Download

Weiterführende Informationen:

siehe auch:"Keine Ahnung für alle" (von Tibor Harrach)

siehe auch:Drugchecking - ein Modell für Deutschland?

Warnhinweise, die unter Umständen Leben retten können, bekommt die Öffentlichkeit erst dann, wenn es Frau Dyckmans passt: Willkür von Warnhinweisen

Hier geht es zur Homepage der Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg

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