Willkür von Warnhinweisen: Drogenbeauftragte Dyckmans(zurück)

Warnhinweise, die unter Umständen Leben retten können, bekommt die Öffentlichkeit erst dann, wenn es Frau Dykmans passt

mechthild DykmansWeit entfernt von der gesellschaftlichen Realität, da vor allem Jugendliche und Heranwachsende oft experimentell Drogen ausprobieren, sieht die Bundesregierung keinen gesundheitspolitischen Handlungsbedarf, Menschen an Leib und Leben zu schützen.

Para-Methoxyamphetamin (PMA) wird immer wieder mal als Ersatzstoff für das in Ecstasy enthaltene MDMA verwendet, ist jedoch ab einer gewissen Dosis toxisch und kann zum Tode führen. Dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Todesfällen nach dem Konsum von PMA kam, ist in Szene-Organisationen seit mindestens 10 Jahren bekannt.

Bekanntermaßen gibt es keine Drugchecking-Programme in der Bundesrepublik Deutschland. Andere europäische Länder - wie die Schweiz, Österreich oder Spanien - wenden dieses Werkzeug einer aufgeklärten Gesellschaft erfolgreich an, unter anderem um Leben zu retten. Vor einigen Wochen wurde die Drogenbeauftragte Dyckmans von der Europäischen Drogenüberwachungsstelle angehalten, eine Warnung zu PMA herauszugeben (siehe: Hanf Journal Online: Mechthild Dyckmans` kognitive Dissonanz ).

Trotz lebensbedrohlicher Vergiftungen "stellt sich für uns die Frage nach einer Qualitätskontrolle nicht“

Auch lebensbedrohliche Vergiftungen durch mit Bleisulfid gestrecktes Haschisch (Cannabis) sind in den letzten Jahren immer wieder aufgetreten. Unsere Drogenbeauftragte erklärt dazu allerdings lapidar: „Solange der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis in Deutschland verboten sind, stellt sich für uns aber auch die Frage nach einer Qualitätskontrolle für Cannabisprodukte nicht“ (Dyckmans in Abgeordnetenwatch am 22.01.2010).

So wird auch deutlich, warum immer mehr Jugendliche vermeindlich "legale" Kräutermischungen, über die keinerlei Angaben bezüglich ihrer Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen gemacht werden können, in dubiosen "Smartshops" kaufen, trotz der inzwischen bei der Drogenbeauftragten bekanntgewordenen - lebensbedrohlichen - Konsequenzen.

Umso paradoxer klingt hier ihre Aussage im Zusammenhang mit den Todesfällen nach PMA-Konsum

Hier sagt Frau Dykmans dann plötzlich:
„Der schnelle Informationsaustausch zeigt, dass das Frühwarnsystem durch die beteiligten Stellen innerhalb Deutschlands und in der EU über die Europäische Drogenbeobachtungsstelle sehr gut funktioniert.“, scheint sie doch zu vergessen, dass sie gerade den Drugchecking-Programmen in anderen Ländern zu verdanken hat, diese Informationen überhaupt bekommen zu haben. Programme, die sie in Deutschland mit fadenscheinigen Argumenten zu verhindern versucht, oder bewusst aus der öffentlichen drogenpolitischen Diskussion heraushält.

Dies wiederum sind Informationen zu Verunreinigungen, die allen szenenahen Organisationen längst bekannt sind. Der Informationsaustausch unter diesen Basis-Organisationen funktioniert untereinander sehr unkompliziert, professionell und regelmäßig.

Die breite Öffentlichkeit alllerdings muss sich damit begnügen, dass sie Warnhinweise, die unter Umständen Leben retten können, erst dann bekommt, wenn es Frau Dykmans passt.

Lösungsorientierte Perspektiven: Die Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg

Seit vielen Jahren versuchen Akteure von verschiedenen Initiativen, Vereinen und Institutionen, Drugchecking-Programme auch in der Bundesrepublik durchzusetzen. Endlich hat auch die Berliner Landesregierung die Zeit, an einem Symposium teilzunehmen, welches sich mit der Möglichkeit eines Modellprojekts "Drugchecking" befasst. Informationen finden Sie hier: Drugchecking-Initiative Berlin-Brandenburg

Weiterführende Informationen

siehe auch:"Keine Ahnung für alle" (von Tibor Harrach)

Alice-Projekt Frankfurt
Drugscouts Leipzig
Odysse Projekt Kiel
eclipse e. V.

Hast du Interesse an regelmäßigen und fundierten Informationen zu Themen wie Drugchecking, Drogenmündigkeit, Safer Use und Harm Reduction-Angeboten hier in Deutschland und Europa? Möchtest du selber gerne aktiv werden und an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen teilnehmen? Dann melde dich einfach über das Kontaktformular dieser Homepage. Wir werden dir innerhalb von 24 Stunden antworten und den Kontakt auch zu anderen Organisationen hier in Deutschland herstellen.

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