Drogen und Schwangerschaft(zurück)

Drogenkonsum in der Schwangerschaft - was tun?

drogen und Schwangerschaft Viele Frauen und Mädchen, die gewollt oder auch ungewollt schwanger werden und Drogen konsumieren, stellen sich früher oder später die Frage, ob der Drogenkonsum dem Kind schaden kann, oder vielleicht schon geschadet hat.

Oft kommt es auch vor, dass andere zu einem Schwangerschaftsabbruch raten, weil sie der Meinung sind, wer Drogen nimmt, solle keine Kinder haben.

Richtig ist, dass Drogenkonsum in der Schwangerschaft die Gesundheit des Kindes gefährdet. Der Konsum von Drogen führt aber nicht zwangsläufig zu Schädigungen des Ungeborenen. Drogenkonsum ist daher auch kein medizinischer Grund, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Wenn du nur ab und zu Alkohol getrunken oder Psychopharmaka genommen hast, hörst du am besten sofort damit auf. Auch das Rauchen solltest du möglichst sofort einstellen, oder deutlich reduzieren.

Anders ist es, wenn du regelmäßig Drogen, wie Alkohol oder illegale Substanzen, wie Heroin, Kokain oder Schlaftabletten, wie Diazepam genommen hast. Dann nämlich kann es sein, dass du körperlich abhängig bist und mit Entzugserscheinungen und Krampfanfällen zu rechnen hast. Das kann zu Schwangerschaftskomplikationen und zu einer Fehlgeburt führen.

Setze diese Drogen also auf keinen Fall selber ab, sondern lass dich in jedem Fall ärztlich beraten.

Vielleicht ist die Schwangerschaft genau der richtige Zeitpunkt, um dich von den Drogen zu verabschieden. Wenn du es nicht schaffst, weil dir in dieser Phase des Lebens leicht alles schnell über den Kopf wachsen kann und du überfordert bist, solltest du dich für eine Substitution entscheiden.

VICE sucht drogenkonsumierende Mütter

vice.com Liebe Damen,

Wir von VICE Germany, einem unabhängigen, international arbeitenden Medienunternehmen für investigativen Journalismus mit Sitz in Berlin arbeiten an einem Beitrag über den neonatalen Drogenentzug, hauptsächlich ausgelöst durch den Konsum von Substanzen wie Heroin und Crystal.

Für die mediale Umsetzung sind wir auf der Suche nach opiat- oder crystalabhängigen Müttern/Schwangeren, die wir während ihrer Schwangerschaft und in der Zeit nach der Geburt begleiten dürfen. Der Name kann bei Bedarf natürlich geändert werden. Viele drogenabhängige Mütter nehmen die Möglichkeit der medikamentösen Substituierung aus Scham oder anderen Gründen nicht wahr, obwohl es bei einer Abhängigkeit von Opiaten für die Gesundheit des Kindes dringend notwendig wäre. Mit eurer Hilfe können wir gemeinsam auf das Thema aufmerksam machen und andere Betroffene ermutigen, sich für den richtigen Weg zu entscheiden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr den Mut aufbringen würdet, über eure persönliche Situation zu sprechen, um damit andere zu unterstützen. Für jegliche Fragen stehe ich sehr gerne zur Verfügung.

Bei Interesse bitte
E-Mail an: anna.mengels@vice.de

Mit freundlichen Grüßen
Anna Mengels

Cannabiskonsum (Haschisch) in der Schwangerschaft:

Es gibt keine verlässlichen Studien, die eine Schädigung des ungeborenen Kindes bei einer Mutter, die Haschisch konsumiert, belegen würden. Trotzdem solltest du in jedem Fall den Konsum von Haschisch während der Schwangerschaft einstellen. Ist doch eigentlich klar - oder?

Crystalkonsum in der Schwangerschaft

Crystal (N-Methylamphetamin) ist plazentagängig, das bedeutet, wenn wärend der Schwangersachft konsumiert wird, konsumiert das ungeborene Kind mit. Crystal geht vermutlich auch in den Muttermilch über, auch dann würde das Kind die Substanz aufnehmen.Bei bestehendem Kinderwunsch sollten Frauen deshalb wärend der Schwangerschaft und der Stillzeit auf den Konsum von Crystal verzichten.

LSD-Konsum in der Schwangerschaft

LSD kann die Kontraktionen der Gebärmutter stimulieren, genau wie andere Ergoline. Albert Hofmann, der Entdecker des LSD, arbeitete später an einem Ergotaminderivat, welches den Namen Methergin trägt und zur Geburtshilfe verwendet wird. Ein 2008 erschienenes, medizinisches Nachschlagewerk für Medikamente in der Schwangerschaft erklärte hierzu: "Es scheint unwahrscheinlich, dass reines LSD unter kontrollierten Bedingungen abtreibungsfördernde Wirkungen hat"

Ketamin in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte Ketamin möglichst nicht angewendet werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Körperliche Abhängigkeit in der Schwangerschaft: Wie komme ich an eine Substitution?

Zunächst sei gesagt: Eine sogenannte Substitution kommt nur bei schwerer körperlicher Abhängigkeit in Frage. Diese ist zum Beispiel bei regelmäßigem Heroinkonsum oder Benzodiazepin-Missbrauch gegeben.

Als Schwangere kommt man in der Regel rasch und problemlos an eine Substitutionsbehandlung. Die Drogenberatungsstelle kann dir in diesem Fall schnell weiterhelfen.

Bei deinen ersten Gesprächen mit dem Arzt solltest du dich genau aufklären lassen, wann du wie an dein Medikament kommst, wo du es abholen kannst und welche Möglichkeit du hast, es am Wochenende zu bekommen.

Opiate werden in der Regel mit Methadon oder mit Subutex (Buprenorphin) substituiert. Methadon ist eine Flüssigkeit, die in der Apotheke zubereitet wird und die du – vermischt mit Saft – trinken kannst.

Subutex ist eine Tablette. Sie wird sublingual verabreicht. Das heißt, du legst sie unter die Zunge, wo sie langsam aufgelöst wird. Das ist wichtig, denn der Wirkstoff wird über die Schleimhäute im Mund aufgenommen und nicht im Magen.

Bei drogenabhängigen Frauen ist grundsätzlich jede Schwangerschaft eine Risikoschwangerschaft. Das heißt, dass du medizinisch besonders betreut werden musst.

Das geht allerdings nur, wenn du deinen Frauenarzt oder -ärztin über deinen Drogenkonsum informierst. Nur so können Risiken frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Keine Angst: Ärzte unterliegen der Schweigepflicht.

Unterstützung in der Schwangerschaft

Wie jede Frau kannst du dich schon in der Schwangerschaft von einer Hebamme unterstützen lassen. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

Die Hebamme beantwortet deine Fragen rund um die Schwangerschaft und die Geburt, hilft dir auch bei der Suche nach einer Entbindungsklinik, in der man dich und dein Kind gut versorgen kann.

Wenn dein Baby nach Hause entlassen wird, hilft dir die Hebamme bei seiner Eingewöhnung und gibt dir Tipps auch für die Ernährung.

In Beratungsstellen für Schwangere gibt es in der Regel Hebammenlisten
Hebammen im Netz: www.hebammen.de

Kliniken, die drogenkonsumierende Mütter fachgerecht entbinden:

Klinik für Geburtsmedizin
Infektionsambulanz
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

auf dem Gelände Mittelallee 9
EG, Bereich Schwangerenberatung

Tel: 030/450 56 41 12
Fax: 030/450 56 49 27
e-mail: infektionsambulanz@charite.de
Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 8:30 - 14:00 Uhr nach Terminabsprache.

Mutter-Kind-Behandlung im Vivantes-Klinikum Berlin, Neukölln

Das Vivantes-Klinikum Berlin behandelt in der Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik Menschen in Krisensituationen. In diesem Rahmen bietet man hier die Möglichkeit, Mütter gemeinsam mit ihren Säuglingen aufzunehmen.

Vivantes Klinikum Neukölln
Rudower Straße 48
12351 Berlin
Ansprechpartner:
Fr. Dr. Schütze
Tel: 030/130 14 22 73

Sekretäriat:
Fr. Seifert
Tel: 030/130 14 22 71

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Schwangerschaft: Ein gesunder Lebensstil bekommt Mutter und Kind. Nur die richtige Ernährung in der Schwangerschaft garantiert die optimale Entwicklung des Babys. Eine Wissenschaft ist sie allerdings nicht. Wenn sich die werdende Mutter gesund und ausgewogen ernährt, brauchen weder sie noch ihr Kind Mangelerscheinungen zu befürchten.

Nahrungsergänzungsmittel sind überflüssig. Während der Schwangerschaft besteht zwar ein erhöhter Bedarf an Folsäure und Eisen. Doch sollte dieser nicht durch die aufgenommene Nahrung gedeckt sein, wird der behandelnde Arzt entsprechende Präparate verschreiben. Leckeres Essen - frisch zubereitet und leicht verdaulich Früher aßen schwangere Frauen für zwei und hielten dies auch für notwendig. Doch diese Regel ist seit Langem wissenschaftlich widerlegt. Wer viele Kilos zulegt, macht sich die Schwangerschaft unnötig schwer und riskiert eine komplizierte Geburt.

Auch die Behauptung, dass sich dieses Übergewicht durch das Stillen quasi von alleine wieder reduziert, ist leider ein Gerücht. Deshalb empfehlen Experten eine leichte und ballaststoffreiche Ernährung, wie sie auch für jede gesunde Lebensweise vorgeschlagen wird. Im Verlauf der Schwangerschaft erhöht sich allerdings der Kalorienbedarf. Ab der 16. Woche braucht die Frau etwa 250 Kalorien mehr.

Die Qualität der Lebensmittel ist in dieser Zeit von besonderer Bedeutung: Nur das Beste ist gut genug. Das Fast Food in der Schwangerschaft ein Tabu sein sollte, versteht sich von selbst. Regelmäßig Mahlzeiten verhindern Beschwerden Übelkeit und Verdauungsstörungen gehören zu den unangenehmen Seiten der Schwangerschaft. Kleine Mahlzeiten, in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt, helfen diese Symptome zu verhindern. Nicht nur für das Essen empfiehlt sich in diesen Monaten ein fester Tagesrhythmus. Er erhöht das allgemeine Wohlbefinden und entlastet den Organismus. Kaffee und schwarzer Tee sind deshalb während der Schwangerschaft möglichst zu meiden. Sie fördern die Neigung zu Einschlafstörungen, die Schwangeren häufig zu schaffen macht. Weitere Infos zu Themen rund um Schwangerschaft finden Sie im E-Book unter bambiona.de.

zur Übersicht illegalisierter und legaler Substanzen

Social Bookmarks:

Bookmark and Share