Begriffserklärung im Drogen-Kontext (illegalisierte Substanzen)(zurück)

Begriffe, die man kennen sollte, wenn man Drogen nimmt


Alkaloid: Alkaloide sind natürlich vorkommende organische Verbindungen, die auf den tierischen oder menschlichen Organismus wirken. Der Begriff Alkaloid war ursprünglich eine allgemeine Bezeichnung für aus Pflanzen isolierte basische Stoffe. Eine Base ist das Gegenstück zu einer Säure. Allen Alkaloiden ist gemein, dass sie direkt auf den tierischen und menschlichen Organismus charakteristische Wirkungen haben. Die meisten sind giftig und haben einen bitteren Geschmack.

Indol-Alkaloide bilden die größte Alkaloidgruppe. Zu ihnen gehören z.B. das LSD und das Psilocybin.

Amitriptylin ist zur Behandlung von Depressionen zugelassen und wird gegen alle Formen depressiver Erkrankungen eingesetzt, bevorzugt gegen solche, die überwiegend mit Angst und Unruhegefühlen einhergehen. Amitriptylin ist auch für die langfristige Schmerzbehandlung zugelassen. Auf Grund der Gefahr eines möglicherweise lebensbedrohlichen Serotonin-Syndroms darf Amitriptylin nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Seropram ®) angewendet werden. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören zentralnervöse Störungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Tremor (zittern), Schläfrigkeit, Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit und Schwitzen.

Derivat: Als Derivat bezeichnet man eine Substanz, deren molekulare Struktur eine Variation eines vorhandenen Moleküls ist.

Dissoziation: (Abspaltung) Das allgemeine Kennzeichen der dissoziativen Störungen besteht in teilweisem oder völligem Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen, sowie der Kontrolle von Körperbewegungen.

Diese "Abspaltung" kommt oft bei zu "heftigen" emotionalen und frühkindlichen Erfahrungen wie Missbrauch oder Gewalt in der Biographie vor. Sie kann dazu führen, dass sich der Betroffene nicht mehr an das traumatische Erlebnis erinnern kann, es also "abgespalten" hat. Die "Schizophrenie" ist ein Beispiel (ein Konstrukt) für die "dissoziative Störung".

Domperidon: ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung und Vorbeugung von Erbrechen, Übelkeit, Völlegefühl und Oberbauchschmerzen Anwendung findet (Antiemetikum). Domperidon verhindert, dass sich Dopamin an den zugehörigen D2-Dopamin-Rezeptor binden kann, indem es diesen belegt und somit blockiert.

Dopamin: ist ein wichtiger Neurotransmitter. Im Volksmund gilt es als Glückshormon, das z. B. bei intensivem sog. Flow-Erlebnis ausgeschüttet wird.

empathogen: Mit "empathogen" wird die Eigenschaft einer Droge beschrieben, die dazu führt, dass die unter Einfluss stehende Person das Gefühl hat, mit anderen Menschen zusammen eine Einheit zu bilden, sie zu verstehen, mit ihnen gemeinsam zu fühlen.

entaktogen: Als Entaktogen (Adj. entaktogen, „das Innere berührend“, aus gr. en, „innen“, lat. tactus „berührt“) werden psychoaktive Substanzen bezeichnet, unter deren Einfluss die eigenen Emotionen intensiver wahrgenommen werden.

entheogen: Mit "entheogen" wird die Eigenschaft eines Stoffes beschrieben, die dazu führt, dass die unter Einfluss stehende Person das Gefühl hat, mit Gott verbunden zu sein oder das ganze Universum zu erfassen und „zu schauen“. Der Zustand ist vergleichbar mit dem eines Schamanen, der sich z. B. durch die Wirkung eines Elixiers in die Lage versetzt, mit den Geistern zu kommunizieren.

Ephedrin ist der psychoaktive Wirkstoff der Pflanze Ephedra. Seit 1920 wird Ephedrin in der westlichen Medizin bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt. Mittlerweile findet es vorwiegend in Arzneimitteln gegen niedrigen Blutdruck Anwendung, da Ephedrin die Herztätigkeit angeregt und der Blutdruck erhöht wird. Als Appetitzügler hat sich Ephedrin aufgrund seines Abhängigkeitspotenzials sowie diverser Nebenwirkungen auf das Herz- Kreislauf-System nicht durchgesetzt.

Halluzination: Als Halluzination bezeichnet man einen Sinneseindruck, der mit der allgemein definierten "Realität" nicht, oder nur begrenzt übereinstimmt. Dies kann - unter anderem - im akustischen oder auch im optischen Bereich auftreten. Zu unterscheiden sind "echte" Halluzinationen und "Pseudo"-Halluzinationen.

Sogenannte Pseudo-Halluzinantionen treten z. B. während des LSD-Gebrauchs auf. Es sind veränderte Wahrnehmungen, welche auch als solche identifiziert werden können - die einem als solche also bewusst sind. "Echte" Halluzinationen treten z. B. nach dem Konsum des als "Engelstrompete" bekannten Nachtschattengewächses auf und zeichnen sich dadurch aus, dass man sie nicht als solche erkennt, die Wahrnehmung also als "echt" einordnet, da man vergisst, dass man Drogen genommen hat und die Qualität der Wahrnehmung sich nicht von der Alltagsrealität unterscheidet.

Ich-Dystonie: Als ich-dyston (auch ichdyston oder egodyston, falsch auch ichdysthon etc.) werden in der Psychopathologie Phänomene, Zustände und Symptome bezeichnet, die von der jeweiligen Person als nicht eigentlich zu ihr gehörig wahrgenommen bzw. als fremd und störend erlebt werden, d.h. von ihr nicht als integraler Bestandteil der eigenen Person begriffen werden und daher Leidensdruck verursachen.

Ichdystone Phänomene werden daher von Betroffenen beschrieben mit Worten wie krank, eigenartig, unverständlich, normalerweise bin ich gar nicht so, ich weiß gar nicht, was da mit mir passiert, ich verstehe mich selber nicht, ich will das (wieder) loswerden usw. Ichdyston können sowohl psychopathologische Phänomene sein (z. B. Panikattacken) als auch nicht-psychopathologische (z. B. die sexuelle Orientierung).

Levamisol: Levamisol ist ein Antihelmintikum (wird in der Tiermedizin gegen Wurmbefall eingesetzt), welches früher auch in der Humanmedizin Anwendung fand. Als Beimengung zu Kokain ist die Substanz bereits in den vergangenen Jahren öfter aufgetaucht.

Lidocain: Lidocain ist ein Lokalanästhetikum, das sowohl in der Veterinär- als auch in der Humanmedizin als gut und schnell wirksames örtliches Betäubungsmittel eingesetzt wird. Es ist auch bekannt als "Zahnarztkoks".

Metoclopramid: ist ein Antiemetikum (lindert Übelkeit und Erbrechen) und beispielsweise im Medikament Paspertin enthalten. Metoclopramid geht mit vielen anderen Substanzen Wechselwirkungen ein und kann deren Wirkung teilweise beschleunigen oder verstärken. Darüber hinaus kann es (auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch) das Reaktionsvermögen verlangsamen, besonders auch im Zusammenwirken mit Alkohol. Über die Kombination von mCPP und Metoclopramid gibt es naturgemäß keine wissenschaftlichen Studien. Allein aber aufgrund der Einzelwirkungen der Substanzen ist vom Konsum dringend abzuraten!

Methamphetamin ist ein extrem potentes Amphetamin, Methamphetamin gelangt rascher ins Gehirn als Amphetamin und der aufputschende Effekt ist stärker, es bewirkt einen stärkeren Rausch und hat ein höheres Suchtpotenzial als Amphetamin. Hunger und das Bedürfnis nach Schlaf werden unterdrückt. Gesteigertes Selbstwertgefühl, erhöhte Risikobereitschaft, unterdrücktes Schmerzempfinden, Euphorie, Nervosität und ein gesteigerter Rededrang (Laberflash) sind übliche Wirkungen. Risiken: Kurzzeitnebenwirkungen sind verspannte Kiefermuskulatur, Mundtrockenheit, Temperaturanstieg, grosser Flüssigkeitsverlust und erhöhte Herzfrequenz sowie erhöhter Blutdruck und Zittern am ganzen Körper, Reizbarkeit und aggressives Verhalten (vor allem in Kombination mit Alkohol). Methamphetamin ist eine stark auszehrende Substanz mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential. In Kombination mit Amphetamin verstärkt sich die Wirkung beider Substanzen.

Noradrenalin: Noradrenalin wird vorwiegend im Hirnstamm gebildet und von dort in das Kleinhirn, die Großhirnrinde und Richtung Rückenmark geleitet. Noradrenalin hat eine schmerzstillende (analgetische) Wirkung, beeinflußt die gerichtete Aufmerksamkeit und das Steuersystem für Belohnungsgefühle, außerdem ist es stark beteiligt an der Regelung des Blutdrucks, an der Entstehung von Hunger- und Durstgefühlen wie auch an der Steigerung der sexuellen Gelüste.

Als Catecholamine werden drei verwandte Substanzen bezeichnet: Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Tyrosin ist der Grundbaustein von Dopamin und Noradrenalin. Die postsynaptische Membran einer Catecholaminsynapse mimmt aktiv die Aminosäure Tyrosin auf und wandelt sie um zu Dopamin und teilweise schließlich zu Noradrenalin. Ein Mangel an Dopamin und Noradrenalin kann somit durch Tyrosingaben gemildert werden, da im Gegensatz zu Dopamin, Tyrosin die Blut- Hirn-Schranke durchdringen kann. Das Noradrenalinmolekül ist genau um ein Sauerstoffatom größer als Dopaminmolekül. (Quelle:Eve&Rave)

pathologisch: Als "pathologisch" bezeichnet man einen Zustand, der von dem als allgemein annerkannten sogenannten "normalen" Zustand oder eines Verhaltens insofern abweicht, als dass er vorrangig im medizinisch/psychologischen Kontext mit dem Wort "krankhaft" gleichgesetzt wird, bzw. synonym zu verwenden ist.

Der griechische Begriff παθολογία (Pathologia) leitet sich von den Wörtern πάθος, páthos - Leiden(schaft), die Sucht, das Pathos, die Krankheit und λόγος, lógos - das Wort, die Vernunft, Lehre ab, bedeutet also so viel wie "Die Lehre von den Leiden".

Phenylethylamine: Unter Phenylethylamine werden chemische Verbindungen verstanden, deren Ableitungsgrundlage im Phenylethylamin liegt. Gesprochen wird dabei oft von Phenylalkylaminen. Einige dieser Verbindungen sind häufig in der Natur, wie beispielsweise Tyramin, zu finden. Als Inhaltsstoffe können diese Phenylethylamine L-Aminosäuren besitzen, unter denen sich unter anderem L-Tyrosin befindet. Diesen kommt im Hinblick auf das Leben eine grundlegende Bedeutung zu. Andere Verbindungen, dazu gehören die Amphetamine, werden künstlich hergestellt. Für den Organismus bei Menschen und Tieren sind Phenylethylamine außerdem von Bedeutung, da sie hier die Neurotransmitter und Hormone bilden. Es kann sich dabei unter anderem um Dopamin und Adrenalin handeln. Zudem sind im Pflanzenreich viele Alkaloide beheimatet, die ebenfalls zu dieser Gruppe gehören. Dies sind beispielsweise Ephedrin und Mescalin. Eine weitere Möglichkeit, diese Mittel zu erhalten, ist die synthetische Herstellung wie zum Beispiel Verapamil. Diese Verbindungen werden in der Medizin, da einige Verbindungen Stoffe beinhalten, mit denen die Psyche der Menschen beeinflusst werden kann. Dies wird dann als psychotrope Eigenschaft bezeichnet und trifft vor allem für die Amphetamine zu.

Phenacetin: Phenacetin ist ein Aminophenol-Derivat, welches bis 1986 zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung eingesetzt wurde. Wegen seiner karzinogenen und insbesondere nierenschädigenden Wirkung in Kombination mit anderen Schmerzmedikamenten wurde es aus dem Handel genommen. Phenacetin kann auch Erregung und Euphorie auslösen und wird vermutlich deshalb als Streckmittel eingesetzt.

Piperazine: Piperazine (Syn.: 1,4-Diäthylendiamin) sind antibiotisch wirksame, hygroskopische (= Wasser an sich bindende, also "feuchte") und heterozyklische (= im Kohlenstoffring andere Atome enthaltende) Verbindungen, die hauptsächlich in der Veterinärmedizin eingesetzt werden. Hühner und Schweine bekommen Piperazine gegen parasitären Befall, z.B. gegen Würmer. Ein in der Medizin bekanntes Piperazinderivat ist Sildenafil - besser bekannt als Viagra. (Quelle: DrugScouts/Leipzig)

Procain: Procain ist ein Lokalanästhetikum, welches aber in der Humanmedizin mittlerweile kaum mehr eingesetzt wird.

psychedelisch: Der Begriff "psychedelisch" setzt sich aus griech. ψυχη (psychḗ, „Seele“) und griech. δῆλος (dẽlos, „offenkundig, offenbar“) zusammen, bedeutet somit wörtlich „Seele hervorbringend“, beschreibt also einen Zustand, in dem „die Seele offenbart“ wird und wurde 1956 vom britischen Psychiater Humphry Osmond in Zusammenarbeit mit dem britischen Schriftsteller Aldous Huxley geprägt. Beide Männer suchten nach einem Wort für eine neue Art von Drogenwirkung auf die Seele.

Psycholyse: Die Psycholyse (auch: Psycholytische Psychotherapie) ist ein, meist tiefenpsychologisch und humanistisch orientiertes, psychotherapeutisches Verfahren, in dem durch die Vergabe bestimmter Substanzen katalytische (beschleunigende) Effekte in der Behandlung ausgelöst werden sollen.

Serotonin: Serotonin ist ein Botenstoff zur Steuerung der Signalübertragung zwischen einzelnen Nervenzellen. Er wird auch "Botenstoff der Glücksempfindung" genannt. (siehe auch: Serotonin-Syndrom)



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