Psilocybin, Zauberpilze, magic mushrooms(zurück)
Psychoaktive Pilze
Psilocybin ist ein Indolalkaloid und gehört zur Gruppe der Tryptamine. Psilocybin kommt in einigen Pilzarten vor, so zum Beispiel im Stropharia Cubensis oder auch im Spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceata, Bild rechts) – der auch hier in Deutschland anzutreffen ist.
In Deutschland sind die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin als nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel in der Anlage des Betäubungsmittelgesetzes erfasst. Das bedeutet, der Besitz und der Handel mit diesen Stoffen und den Pilzen, die diese Stoffe enthalten, sind in Deutschland strafbar.
Psychoaktive Pilze sind allerdings in einigen Kulturkreisen fester Bestandteil religiöser Zeremonien und ein Werkzeug schamanistischer Arbeit.
Heute wird der aktive Wirkstoff Psilocybin/Psilocin auch in der Psycholytischen Therapie eingesetzt.
Radiomitschnitt zum Thema "Psilocybin und LSD in der Psychotherapie"herunterladen oder anhören
Was bei der Einnahme von Psychoaktiven Pilzen zu beachten ist:
Psychoaktive Pilze ("Psilos") werden in der Regel oral eingenommen. Da nicht jedem der Geschmack zusagt, ist es ratsam, getrocknetes Obst und Nüsse zu den Pilzen zu essen. Das macht den modrigen Beigeschmack etwas erträglicher und ist zudem eine leichte Kost für den (hoffentlich leeren) Magen.
Zur Dosierung von psychoaktiven Pilzen
| Pilzsorte (Getrocknet) | Schwache Wirkung | Wirkung | Mittelstark | Stark | Sehr Stark |
| Psilocybe cubensis | 0,6g - 1,3g | 1,3g - 2,0g | 2,0g - 3,5g | 3,5g - 4,5g | 4,5g - 10g |
| Psilocybe tampanensis | 0,5g - 1,0g | 1,0g - 1,8g | 1,8g - 2,8g | 2,8g - 3,8g | 3,8g - 10g |
| Panaeolus cyanescens | 0,3g - 0,6g | 0,6g - 1,2g | 1,2g - 1,9g | 1,9g - 2,5g | 2,5g - 5g |
| Psilocybe semilanceata | 0,4g - 0,9g | 0,9g - 1,5g | 1,5g - 2,5g | 2,5g - 3,4g | 3,4g - 10g |
Zur Wirkung psychoaktiver Pilze (Magic Mushrooms):
Nach etwa 20-40 Minuten beginnt der Rausch. Obwohl die Wirkung von Psilocybin/Psilocin sich kaum von der Wirkung desLSD-25 unterscheidet, gibt es einige kleine erwähnenswerte Differenzen:
Die „Hochkommphase“ ist bei halluzinogenen Pilzen für einige Menschen sanfter und leichter zu handhaben, als beim LSD. Der (subjektiv empfundene) milde Wirkungseintritt ermöglicht es vielen, entspannter und entsprechend unbeschwerter den Rausch zuzulassen (die Frage, in wie weit individielle Vorlieben den Wirkungseintritt erleichtern, bleibt hier unbeantwortet. Es gibt auch Menschen mit Vorbehalten gegenüber LSD, denen in der Folge der Konsum von Pilzen "leichtfällt", und die dann angstfrei in diese Erfahrung gehen und das so Erlebte der Substanz zuschreiben und nicht ihrer inneren Haltung). Außerdem ist die Dauer der Wirkung mit etwa 6 Stunden etwas kürzer als beim LSD.
Also: die Wirkung von Psilocybin/Psilocin ist abhängig von deinem Gemütszustand und verstärkt diesen. Das bedeutet, wenn du Angst hast und nervös bist, kann es sein, dass der Wirkungseintritt als eher unangenehm wahrgenommen wird.
Je nach Dosis und innerer Haltung entfaltet sich der Rausch mit manchmal starken kaleidoskopartigen (Pseudo)-Halluzinationen. Die Selbstkontrolle ist in diesen Zuständen in der Regel zu jeder Zeit möglich. Was bedeutet, in der Regel bleibt ein "beobachtendes Rest-Ich" erhalten, welches ein Gefühl von Identität und damit "Kontrolle" vermittelt.
Der Zustand ermöglicht nun eine tiefe und emotional orientierte Erforschung der eigenen inneren Räume. Hierbei kann es während der Substanzwirkung zu aufsteigenden und absteigenden Phasen kommen. Die Körperempfindungen verändern sich und werden intensiver, die Gedanken und Visionen folgen keinem linearen System, sondern sind oft von tiefer Bedeutung und in Metaebenen eingebettet.
Genauso können Synchronizitäten und Gefühle von Zeitlosigkeit erlebt werden und eine starke Identifikation mit dem Selbst ist leicht möglich.
Genau wie beimLSD können durch Psychoaktive Pilze (Psilocybin/Psilocin) Zustände von Gedankenlosigkeit ausgelöst werden (ℵ). Oft kommt es hier zu Unsicherheiten, da man glaubt, „man könne nicht mehr denken“. Dieser Zustand ist allerdings nicht pathologisch, sondern typisch für psychedelische Drogen. Der durch diese Pilze ausgelöste Zustand wurde in der Vergangenheit von Schamanen in heiligen Ritualen genutzt - daher auch der Name "magic mushrooms" (Zauber-Pilze).
Was vor der Einnahme von Psilocybin zu beachten ist:
Sowohl LSD wie Psilocybin sind körperlich gut verträgliche und somatisch ungefährliche Substanzen. Relative Kontraindikationen sind instabile internistische Erkrankungen, welche durch die psychologischen Auswirkungen wie Angst und Erregung verschlechtert werden können. Obwohl keine Teratogenität (fruchtschädigenden Eigenschaft) bekannt ist, sollte auf die Anwendung während der Schwangerschaft verzichtet werden. LSD und Psilocybin können als Halluzinogene mit teilweise zentral stimuliterender Wirkung bei prädisponierten Personen epileptische Anfälle auslösen.
Psychoaktive Substanzen - wie LSD und Psilocybin - sollten nicht unbedingt alleine genommen werden. Am besten zusammen mit Menschen, denen man vertraut und die man gut kennt. Außerdem sollte das Umfeld wärend der Substanzerfahrung ruhig und sicher sein. Kommt es wärend der Wirkung zu Unsicherheiten: Ruhig bleiben!
Faste vor der Einnahme von halluzinogenen Pilzen und betreibe "Psycho-Hygiene". Das heißt, mache dich geistig und körperlich leicht und unbeschwert. Wenn du nicht "gut drauf" bist, dann verzichte lieber!
Auf die Anwendung von Halluzinogenen (LSD, Psilocybin usw.) ist bei bekannten schizophrenen Psychosen, beim Asperger-Syndrom, bei Epilepsie, bei manisch-depressiven Erkrankungen und auch beiBorderline-Störungen unbedingt zu verzichten.
| Name | Psilocybin [%] | Psilocin [%] | Baeocystin [%] | Total [%] |
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Psilocybin und LSD bei der Behandlung von Clusterkopfschmerz (cluster headaches)
Die Cluster-Kopfschmerz-Patienteninitiative (www.clusterbusters.com) versucht eine wissenschaftliche Untersuchung über die Wirkungen von
Psilocybin und LSD gegen Cluster-Kopfschmerzen zu erreichen. Dazu haben sie die Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS)
involviert und Dr. Sewell und Dr. Halpern vom Harvard McLean Hospital haben zugesagt, die Studie durchführen.
Link: U.S. National Library of Medicine
National Institutes of Health
Weiterführende Informationen zu psychoaktiven Pilzen:
Henrik Jungaberle / Peter Gasser / Jan Weinhold / Rolf Verres: "Therapie mit psychaktiven Substanzen" - Das vorliegende Buch ist Produkt eines interdisziplinären Dialogs zwischen Medizinern, Sozialwissenschaftlern und Psychotherapeuten.
Die Psychotherapie mit Halluzinogenen wie LSD und Entaktogenen wie MDMA (Ecstasy) findet nach einer Unterbrechung von drei Jahrzehnten wieder großes Interesse. In einem Zeitfenster von sechs Jahren war es in der Schweiz möglich, mit LSD und MDMA Psychotherapien durchzuführen und dabei wichtige Erfahrungen zu sammeln. Diese werden erstmals systematisch dargestellt und durch Beiträge namhafter Forscher und Therapeuten ergänzt. Das Buch informiert über Geschichte und State-of-the-Art Substanz-unterstützter Psychotherapie. Psycholytische und psychedelische Behandlungsansätze werden erläutert. Potenziale, Risiken und Nebenwirkungen werden bewertet. Die Autoren diskutieren die Relevanz dieser Therapieform für Medizin und Gesellschaft. Das Buch ist Produkt eines Dialogs zwischen Medizinern, Sozialwissenschaftlern und Psychotherapeuten.
Stanislav Grof: LSD-Psychotherapie,
ISBN: 978-3-608-94017-6
Radiomitschnitt zum Thema "Psilocybin und LSD in der Psychotherapie"herunterladen oder anhören
Die Wiederkehr der magischen Pilze: Halluzinogene in der Psychotherapie
Nachweis und quantitative Bestimmung von Psilocin- und Psilocybin in halluzinogenen Pilzen
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Nachweis und quantitative Bestimmung von Psilocin- und Psilocybin in halluzinogenen Pilzen
siehe auch: LSD und die Modellpsychose
siehe auch: Psycholytische Therapie
Psilocybin und Psilocin fallen unter das BtmG. Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum der Substanz animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch der Substanz ergeben!
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