Psilocybin, Zauberpilze, magic mushrooms(zurück)
Psychoaktive Pilze
Psilocybin ist ein Indolalkaloid und gehört zur Gruppe der Tryptamine. Psilocybin kommt in einigen Pilzarten vor, so zum Beispiel im Stropharia Cubensis oder auch im Spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceata, Bild rechts) – der auch hier in Deutschland anzutreffen ist.
Psychoaktive Pilze sind in einigen Kulturkreisen fester Bestandteil religiöser Zeremonien und ein Werkzeug schamanischer Arbeit.
Einnahme:
Psychoaktive Pilze ("Psilos") werden in der Regel oral eingenommen. Da nicht jedem der Geschmack zusagt, ist es ratsam, getrocknetes Obst und Nüsse zu den Pilzen zu essen. Das macht den modrigen Beigeschmack etwas erträglicher und ist zudem eine leichte Kost für den (hoffentlich leeren) Magen.
Wirkung:
Nach etwa 20-40 Minuten beginnt der Rausch. Obwohl die Wirkung von Psilocybin sich kaum von der Wirkung desLSD-25 unterscheidet, gibt es einige kleine Unterschiede. Die „Hochkommphase“ ist bei halluzinogenen Pilzen wesentlich sanfter und leichter zu handhaben, als beim LSD. Der so recht milde Substanzeintritt ermöglicht es vielen, entspannter und entsprechend unbeschwerter in den Rausch einzutreten. Außerdem ist die Dauer der Wirkung mit etwa 6 Stunden etwas kürzer als beim LSD.
Je nach Dosis und innerer Haltung entfaltet sich der Rausch mit starken kaleidoskopartigen (Pseudo)-Halluzinationen. Die Selbstkontrolle ist in diesen Zuständen in der Regel zu jeder Zeit möglich.
Das Psilocybin ermöglicht nun eine tiefe und emotional orientierte Erforschung der eigenen inneren Räume. Hierbei kann es während der Substanzwirkung zu aufsteigenden und absteigenden Phasen kommen. Die Körperempfindungen verändern sich und werden intensiver, die Gedanken und Visionen folgen keinem linearen System, sondern sind oft von tiefer Bedeutung und in Metaebenen eingebettet.
Genauso können Synchronizitäten und Gefühle von Zeitlosigkeit erlebt werden und eine starke Identifikation mit dem Selbst ist leicht möglich.
Genau wie beimLSD können durch Psilocybin Zustände von Gedankenlosigkeit ausgelöst werden. Oft kommt es hier zu Unsicherheiten, da man glaubt, „man könne nicht mehr denken“. Dieser Zustand ist allerdings nicht pathologisch. Der durch diese Pilze ausgelöste Zustand wurde in der Vergangenheit von Schamanen in heiligen Ritualen genutzt - daher auch der Name "magic mushrooms" (Zauber-Pilze).
Beachte:
Sowohl LSD wie Psilocybin sind körperlich gut verträgliche und somatisch ungefährliche Substanzen. Relative Kontraindikationen sind instabile internistische Erkrankungen, welche durch die psychologischen Auswirkungen wie Angst und Erregung verschlechtert werden können. Obwohl keine Teratogenität (fruchtschädigenden Eigenschaft) bekannt ist, ist die Anwendung während der Schwangerschaft kontraindiziert. LSD und Psilocybin können als Halluzinogene mit teilweise zentral stimuliterender Wirkung bei prädisponierten Personen epileptische Anfälle auslösen.
Psychoaktive Substanzen - wie LSD und Psilocybin - sollten nicht unbedingt alleine genommen werden. Am besten zusammen mit Menschen, denen man vertraut und die man gut kennt. Außerdem sollte das Umfeld wärend der Substanzerfahrung ruhig und sicher sein. Kommt es wärend der Wirkung zu Unsicherheiten: Ruhig bleiben!
Faste vor der Einnahme von halluzinogenen Pilzen und betreibe "Psycho-Hygiene". Das heißt, mache dich geistig und körperlich leicht und unbeschwert. Wenn du nicht "gut drauf" bist, dann verzichte lieber!
Auf die Anwendung von Halluzinogenen (LSD, Psilocybin usw.) ist bei bekannten schizophrenen Psychosen, bei Epilepsie, bei manisch-depressiven Erkrankungen und auch beiBorderline-Störungen unbedingt zu verzichten.
Weiterführende Informationen:
Aktuelle Publikation: Therapie mit psychoaktiven Substanzen - Praxis und Kritik der Psychotherapie mit LSD, Psilocybin und MDMA, Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-84606-4
Stanislav Grof: LSD-Psychotherapie,
ISBN: 978-3-608-94017-6
(siehe auch: Psycholytische Therapie)
Psychedelic Welfare:
Die Psychedelische Ambulanz von eclipse e. V.
Video zu Magic Mushrooms:
Psilocybin fällt unter das BtmG. Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum der Substanz animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch der Substanz ergeben!
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