2C-B (Phenylethylamine)(zurück)
2C-B - ein psychedelisch wirkendes Phenethylamin
2C-B wird synthetisch hergestellt (4-Bromo 2,5-dimethoxyphenetylamin) und gehört zur Stoffklasse der Phenylethylamine. Die chemische Struktur zeigt Ähnlichkeiten
mit dem halluzinogen wirkenden Meskalin, eine Komponente des von mittelamerikanischen Indianern während ritueller Zeremonien genutzten Peyote Kaktus’.
2C-B wird in Pillenform angeboten, entweder rein oder als Zusatz in XTC-Pillen.
Dosierung von 2C-B
Die Wirkungsdosierung liegt, mit 10-30 mg Gesamtdosis, deutlich niedriger als bei MDMA (ca. 1,3 bis 1,5 mg pro kg Körpergewicht).
Aktuell im Umlauf befindliche 2C-B-Tablette
Diese Pille wurde im August 2011 in Zürich von saferparty.ch analysiert. Sie ist gelb mit weißen Sprenkeln und trägt einen "Fliegenpilz" als Logo.
Sie wiegt 138,46 mg, der Durchmesser beträgt 7,08 mm und die Dicke 3,43 mm, auf der Rückseite befindet sich eine Bruchrille.
Diese Tablette beinhaltet 5,4 mg 2C-B und sollte nicht mit MDMA verwechselt werden.
Wirkung von 2C-B:
2C-B wirkt sehr halluzinogen. Medizinisch wird 2CB als Aphrodisiakum in Dosierungen zwischen 5 mg bis 20 mg eingesetzt und hat neben halluzinogenen auch
entaktogene Wirkung.
Eine Dosierung unter 20 mg steigert das sexuelle Verlangen und die Potenz. Es wirkt leicht stimulierend, führt zu einer leichten Euphorie, die einhergeht mit einer Verstärkung
des Körperbewusstseins und der Empfänglichkeit für visuelle, akustische und sensorische Reize.
Bei höheren Dosierungen (25 mg und mehr) wurden intensive, lebhafte, jedoch auch erschreckende Halluzinationen beobachtet. Die halluzinogenen Erlebnisse werden individuell oft so
stark empfunden, dass sie ungeübte Personen überforden können. Selbst 2 mg mehr oder weniger haben einen großen Einfluss auf die Wirkung.
Die Wirkung tritt bei bis zu 20 mg innerhalb von 20-30 Minuten nach der Einnahme ein. Schon sehr bald zeigen sich typische Rauschsymptome, gelegentlich auch Schwindel und Blutdruckerhöhung.
Die Wirkung ist stark dosisabhängig und kann bei gleichen Personen sehr unterschiedlich auftreten, je nach geistiger Verfassung der KonsumentInnen und den Rahmenbedingungen des Konsums
(Set und Setting).
Es scheint so zu sein, dass die Wirkungsaspekte von 2C-B stark von der Tageszeit der Einnahme abhängen. Abends oder nachts tritt die halluzinatorische Wirkung mehr in den Vordergrund, während tagsüber
die Wahrscheinlichkeit größer ist, in archaische, perinatale oder frühkindliche Erlebnisse einzutauchen.
Wegen der starken halluzinogenen Wirkungen wird 2C-B eher zu Hause oder in der freien Natur genommen, als auf Parties. Normalerweise hält die Wirkung zwischen 3 und 6 Stunden an.
Nebenwirkungen von 2C-B:
Menschen, die unter dem Borderline-Syndrom leiden, sowie Epileptiker oder Menschen mit Herzkreislauf-Störungen, Schwangere und Stillende
sollten auf keinen Fall 2C-B konsumieren!
Kein Auto fahren! Pausen von mindestens einer Woche zwischen zwei Trips lassen!
Bei einer Überdosierung (aber auch normalen Dosen) können schwere Angstzustände sowie Panikattacken auftreten. Sollte ein Gefühl der Überdosierung
entstanden sein, kann mit fachärztlicher Beratung zur Einnahme von Benzodiazepinen
(Valium) geraten werden, welches die Wirkung innerhalb kürzester Zeit aufhebt.
Wechselwirkung zwischen 2C-B und MDMA
Es wird viel über die Kombination von MDMA und 2C-B berichtet, wobei zu beachten ist, dass die gleichzeitige Einnahme von beiden Drogen leicht zu Verwirrungen führen kann. 2C-B entwickelt die besten Eigenschaften in Kombination mit MDMA,
wenn 2C-B etwa 5-6 Stunden nach der Einnahme von MDMA appliziert wird, also dann, wenn die MDMA-Wirkung nachzulassen beginnt. Die umgekehrte Reihenfolge wird von vielen Probanden als unangenehm beschrieben.
2C-B entwickelt eine Toleranz, die anfänglich mit einer Dosiserhöhung ausgeglichen werden kann, später aber stabilisiert sich eine ziemlich individuelle aber konstante Dosis, je nach gewünschter Intensität. Im allgemeinen kann man nach dem Gebrauch von 2C-B leicht Schlaf finden, Katersymptome am nächsten Morgen sind eher selten und individuell und dosisabhängig
(Quelle: Hans Cousto, "Drugchecking - Qualitative und quantitative Kontrolle von Ecstasy und anderen Substanzen", erschienen im Nachtschatten-Verlag)
2C-B und Alexander Shulgin - Der Vater der Phenethylamine:
2C-B ist ein Aphrodisiakum, wird aber nicht in der Medizin verwendet. 1974 synthetisiert Alexander
Shulgin (Bild rechts, mit seiner Frau) 2C-B erstmals, ein Jahr später erscheint die zugehörige Publikation (Shulgin AT, Carter MF. "Centrally Active Phenethylamines." Psychopharm. Commun. 1975;
93-98). Am 25. Juni 1975 testet Shulgin 2C-B im Selbstversuch, dessen psychoaktive Eigenschaften beschreibt er als "wunderschön aktiv". Anders als Timothy Leary oder Terence McKenna, hat
Alexander Shulgin nie versucht, andere für psychedelische Drogen zu bekehren. Stattdessen "erfindet" er neue psychoaktive Substnzen, lässt Experimente laufen, um ihre pharmakologischen Effekte
festzustellen und veröffentlicht seine Rezepte. Dies sind in der Regel Phenethylamine. Seine Synthese von MDMA (3,4-methylenedioxymethamphetamine), auch bekannt als "Ecstasy",
ist das bekannteste Resultat seiner Arbeit. Aber er stellte auch dutzende anderer psycho-aktiver Mittel, einschließlich DOM (2,5-dimethoxy-4-methylamphetamine) und 2C-B her.
Zusammen mit seiner
Frau Ann hat Shulgin zwei Bücher geschrieben, die zu Kultklassikern geworden sind: PIHKAL: Chemical Love Story (kurz für "Phenethylamines I
Have Known And Loved") und TIHKAL: Die Fortsetzung (über Tryptamine).
Nach dem Verbot von MDMA 1985 wurde in den späten 1980er Jahren 2C-B teilweise als Ersatzstoff für MDMA in Ecstasy verwendet und erreichte dadurch eine
gewisse Popularität. Bis Ende der 1990er wurde es durch die Leipziger Firma Drittewelle hergestellt und unter dem Markennamen Nexus (Venus, Bromo, Erox) als Aphrodisiakum vertrieben, bis 2C-B
im Jahre 1994 verboten wurde.
2C-B und die Stoffklasse der Phenethylamine
Die Stoffklasse der Phenethylamine ist eine Gruppe von Substanzen, deren molekulare Struktur ähnlich ist. Zahlreiche Verbindungen dieser Stoffgruppe, insbesondere die Amphetamine, besitzen
psychotrope Eigenschaften (siehe auch: Research Chemicals). Immer wieder finden auch synthetisch hergestellte Phenylethylamine als
Arzneimittel Verwendung, so zum Beispiel "Verapamil".
Zu den Phenylethylaminen gehören aber auch Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, das Meskalin, MDMA, Mephedrone, DOB und 2C-B (2C-I, 2C-C) - um nur
einige zu nennen.
2C-B und "Psychedelic Welfare":
Die Psychedelische Ambulanz von eclipse e. V.
2C-B fällt unter das BtmG und ist in Deutschland verboten. Wir wollen mit diesem Beitrag niemanden zum Konsum der Substanz animieren, sondern über Wirkungen und Risiken informieren. Die AutorInnen können keinerlei Verantwortung für eventuelle Konsequenzen übernehmen, die sich aus dem Gebrauch der Substanz ergeben!
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